Piazza de Ferrari in Genua
Piazza de Ferrari in Genua

65. Ausgabe, 2. Quartal 2017

Peer Review in der Stadtverwaltung von Genua

Auf Einladung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt reiste ich am 28. März 2017 im Rahmen des EU-Projektes „Pure Cosmos“ als Experte der KID Magdeburg GmbH für Kommunikation im kommunalen Umfeld zu einem Peer Review nach Genua/Italien.

In der dortigen Stadtverwaltung arbeitete ich gemeinsam mit drei weiteren Gastexperten aus Spanien, Ungarn und Italien anderthalb Tage an einem ePayment Digitalisierungsprojekt der Kommune.

In Round-Table-Gesprächen und Diskussionen mit leitenden Angestellten der Kommune suchten wir Antworten auf projektbezogene Fragen der Verwaltung und erarbeiteten gemeinsam Lösungsansätze. Von großem Interesse waren im Best Practice Austausch natürlich auch die Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten der Besucher.

Nach der Vorstellung der Verwaltung und der Wirtschaft in der Stadt Genua und der Region Ligurien, erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Situation der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Italien. Das Thema ePayment ist hier aktuell in einer schwierigen Entwicklungsphase. Italien hat ein eigenes online Bezahlsystem mit dem Namen „pagoPA“ entwickelt, das sich aber in der Annahme und Nutzung durch die Bürger schwer entwickelt. Man legt aktuell großen Wert auf die Entwicklung der digitalen Fähigkeiten von Wirtschaftsakteuren und Bürgern.

Round-Table-Gespräch

Nach der Vorstellung der Verwaltung und der Wirtschaft in der Stadt Genua und der Region Ligurien, erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Situation der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Italien. Das Thema ePayment ist hier aktuell in einer schwierigen Entwicklungsphase. Italien hat ein eigenes online Bezahlsystem mit dem Namen „pagoPA“ entwickelt, das sich aber in der Annahme und Nutzung durch die Bürger schwer entwickelt. Man legt aktuell großen Wert auf die Entwicklung der digitalen Fähigkeiten von Wirtschaftsakteuren und Bürgern.

Herr Maryni, der Experte aus Genua, im Gespräch

In Genua selbst haben aktuell nur 60 Prozent der Gewerbetreibenden einen eigenen Internetanschluss. Die Verbesserung der digitalen Fähigkeiten der öffentlichen Angestellten sowie die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit der Mitarbeiter am Bürger ist eine große Herausforderung. Diese besteht unter anderem darin, dass „pagoPA“ mit den Banken direkt zusammenarbeitet, es aber in Italien sehr viele kleine Privatbanken gibt. Große Online-Bezahldienste wie PayPal dürfen im kommunalen Umfeld hier nicht eingesetzt werden und eine mobile Anwendung ist noch in der Entwicklung.

Blick in den Innenhof des alten Verwaltungsgebäudes

Eine weitere Herausforderung ist die Erweiterung von möglichen Anwendungsgebieten für Online-Bezahllösungen im kommunalen Raum. Gute Beispiele sind die regionale Autobahn- und Tunnel-Mautgebühr für LKWs oder Taxis, sowie die Gewerbesteuern. Im Round-Table-Gespräch ging es unter anderen um die Fragen, über welche Kanäle sich die Information über das System besser verbreitet, welche digitalen Strategien man verabschieden sollte, wie sich die Kommunikation zwischen Kommune, Bürger und Gewerbetreibenden generell verbessern lässt und wie man lokale Anbieter von Zahlungsdiensten besser mit einbeziehen kann.

Alle Erkenntnisse wurden dokumentiert, in einer abschließenden Präsentation zusammengefasst und von den Experten vor der Verwaltung präsentiert. Hervorzuheben ist die beispiellose Gastfreundschaft und die Betreuung der Kollegen aus Genua, die mit italienischer Herzlichkeit, südländisch-gelassener Fröhlichkeit und natürlich auch kulinarischen Höhepunkten zu Höchstleistungen angespornt haben.

Spianata di Castelletto – der Aussichtspunkt über der Stadt

Bild- und Textautor: Jan Petereit