Seerücke Braunsbedra

65. Ausgabe, 2. Quartal 2017

Junge Stadt – aussichtsreich, mit Zukunft

Braunsbedra ist neu in der KITU

Drei hölzerne und rund 15 Meter hohe Aussichtstürme mit Straßenanbindung und Parkplatz bieten einen wunderschönen Blick von oben auf den Geiseltalsee, die rekultivierte Braunkohletagebau-Landschaft sowie auf Radfahrer, Wanderer und Skater auf dem 30 Kilometer langen asphaltierten Rundweg. Die Stadt Braunsbedra am Geiseltalsee ist eine „junge Stadt mit Zukunft“, sagt Bürgermeister Steffen Schmitz. Die Zukunft, das sind vor allem die Kinder sowie die touristische Entwicklung.

Mehr als 300 Jahre wurde die Region durch den Braunkohletagebau geprägt. Mit der Flutung des größten Tagebaurestlochs begann die Verwandlung des geschundenen Landstrichs in eine reizvolle Seenlandschaft, in der sich Einwohner und Besucher wohlfühlen. „Wir liegen im Herzen Mitteldeutschlands, es ist nicht weit nach Halle, Leipzig oder nach Naumburg und Freyburg. Wir können das urbane Leben der Großstadt mit der Gemütlichkeit an den neu entstandenen Seen verbinden“, sagt Schmitz, „die Wohnqualität bei uns ist sehr hoch.“ In den großen Städten und im Chemiedreieck haben viele Einwohner ihre Arbeitsplätze, als junger Wirtschaftszweig entwickelt sich der Tourismus, den die Kommune in den nächsten Jahren deutlich voranbringen will.

Steffen Schmitz, Bürgermeister
Steffen Schmitz, Bürgermeister

Mit der Flutung sind vier Seen entstanden: Hassesee, Großkaynaer See und Rundstedter See sowie der Geiseltalsee, mit 1840 Hektar oder fast 19 Quadratkilometern Wasserfläche der größte See in Sachsen-Anhalt und der größte künstliche See in Europa. Gastronomische Einrichtungen, Unterkünfte und Fahrradausleihstationen wurden eröffnet, eine 190 Meter lange Seebrücke, eine Marina und ein Besucherzentrum gebaut, an dem der Geiseltalexpress zu Rundfahrten startet.  Beste Voraussetzungen, um sich als Erholungsstandort zu etablieren, sind gegeben. „An sonnigen Tagen kommen deutlich mehr Besucher ins Geiseltal als früher, wir spüren, wie sich die touristischen Angebote langsam entwickeln“, so Schmitz. „Wir sind dabei, die Infrastruktur weiter voranzubringen, um noch mehr Gäste anzulocken, aber auch um der Bevölkerung ein attraktives Umfeld zu bieten.“

Ein besonderes Projekt hat die Stadt Braunsbedra für ihre jüngsten Einwohner auf die Beine gestellt. Als Modellkommune im Saalekreis will sich Braunsbedra zur Bildungsstadt entwickeln und ist dabei, ein kommunales Bildungsmanagement zu etablieren. Ziel ist es, die Bildungschancen aller Gesellschaftsschichten zu erhöhen. Ein großes Netzwerk aus vielen gesellschaftlichen Kräfte wurde zu diesem Zweck geknüpft, Schulen, Kitas, Bibliothek, Volkshochschule und Vereine kooperieren, damit das Lernen leichter wird.

„Wir wollen uns intensiver um die Bildungswege kümmern“, erklärt der Bürgermeister.  Insbesondere gelte es, Brüche bei den Übergängen von einer Einrichtung zur nächsten zu vermeiden. Vor allem der Wechsel von der Kindertagesstätte in die Grundschule sei für die Kinder oft schwierig. Ein neues Gebäude, neue Bezugspersonen, neue Anforderungen nehmen die Schüler so stark in Anspruch, dass sie sich zunächst kaum mit dem Schulstoff beschäftigen können.

Die Akteure richten den Blick darauf, was das Kind braucht für einen barrierefreien Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Hier wird viel getan, um die Kinder besser auf den Wechsel vorzubereiten.  Diese Angebote sollen noch passgenauer ausgestaltet werden und sich gezielt an den Bedarfen der Kinder orientieren. Mehr als 500 Kinder werden gegenwärtig in den acht Kitas der Stadt und ihrer Ortsteile betreut; zwei Grundschulen, eine Sekundarschule und eine Schule für geistig behinderte Schüler prägen die Bildungslandschaft.

Eine große Aufgabe für die Kommune ist die Digitalisierung. Das Bürgerinformationssystem funktioniert, das Ratsinformationssystem befindet sich in der Testphase, ein Dokumentenmanagementsystem soll eingerichtet werden. Um die technischen Voraussetzungen für die Digitalisierung der Verwaltung zu schaffen, Abläufe zu straffen und den Aufwand für Bürger und Verwaltung zu minimieren, müssen Hard- und Software überprüft und schrittweise die Ausstattung optimiert werden. In der KITU sieht der Bürgermeister dabei einen starken Partner. „Wir wollen die Erfahrungen der Spezialisten nutzen und am Know-how und den technischen Lösungen, die in der KITU zur Verfügung stehen, partizipieren“, betont Steffen Schmitz.

Autor: bek

INFO

Stadt Braunsbedra

• in den 1950er Jahren aus den Dörfern Braunsdorf und Bedra entstanden
• Stadtrecht seit 1993
• Ortsteile: Krumpa, Roßbach, Großkayna, Frankleben
• 12.000 Einwohner
• 60 Vereine bereichern das Leben mit Sport, Kultur und Heimatverbundenheit