Kläranlage Weißenfels
AöR

64. Ausgabe, 1. Quartal 2017

Bild: Die Kläranlage Weißenfels hat vor einigen Jahren nicht nur den Behörden Sorge bereitet. Seitdem hat sich viel getan. Heute ist die Anlage eine der modernsten und stabilsten Anlagen in Mitteldeutschland.

Größer denken, planen und wirtschaften

Neu in der KITU: Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR

„Es ist hilfreich, in größeren Strukturen zu denken und zu wirtschaften, gemeinsam Ziele abzustecken und diese Pläne zusammen umzusetzen“, findet Andreas Dittmann, Vorstand der Abwasserbeseitigung Weißenfels - AöR. So strebt das Unternehmen den Zusammenschluss mit anderen Zweckverbänden an und sucht die Gemeinschaft in der Kommunalen IT-UNION.

„Es ist sinnvoller, miteinander zu kooperieren und voneinander zu lernen, als immer wieder alles neu erfinden zu wollen“

erklärte Dittmann. Die Mitglieder des Verwaltungsrates sahen das genauso. Im Dezember 2016 fassten sie einstimmig den Beschluss, der KITU beizutreten. „Mit dem Wasserzweckverband ,Saale-Fuhne-Ziethe‘ in Bernburg und dem Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband sind wir nun drei Partner eines Leistungsbereiches in der KITU, und ich gehe davon aus, dass weitere folgen werden“, sagte Dittmann. Am 17. März wollen sich alle drei in Bernburg treffen, um Erfahrungen auszutauschen und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Foto: Spree PR
Vorstand, Andreas Dittmann

In der IT-Genossenschaft setzt das Weißenfelser Abwasserunternehmen vor allem auf die digitale Gremienarbeit. Die KITU-Kommune Weißenfels beabsichtigt demnächst ihre Stadträte mit iPads und Software für die digitale Ratsarbeit auszustatten. Die Mitglieder können danach ihre aktuellen Sitzungsunterlagen sowie Beschlüsse und Protokolle früherer Sitzungen digital einsehen und mit Kommentaren oder Lesezeichen versehen. Da Stadtratsmitglieder auch im Verwaltungsrat der Abwasserbeseitigung Weißenfels tätig sind, könnten diese Tablets und die Software auch für die Arbeit dieses Gremiums genutzt werden, das verspricht Synergieeffekte. Die Stadtverwaltung ist der engste Partner des Abwasserunternehmens. Bei Projekten im Straßen- und Kanalbau arbeiten beide Hand in Hand. Angesichts vieler gemeinsamer Schnittmengen bietet sich die Nutzung gleicher Software-Programme geradezu an. Spätestens nach der Sommerpause soll die digitale Gremienarbeit starten, so Dittmanns Ziel. Das soll die Zusammenarbeit vereinfachen und den Papierverbrauch erheblich senken.

Auch auf dem Gebiet der Druck- und Kopiertechnik könnten die Dienstleistungen der IT-Genossenschaft in Anspruch genommen werden. „Wenn unsere Verträge auslaufen, werden wir das prüfen“, sagte der Vorstand. Er sieht in der KITU die Chance, von Rahmenverträgen, Mengenrabatten und Inhouse-Geschäften zu profitieren und somit Kosten zu sparen. Aber das sei nicht alles, betonte Dittmann. Ein weiterer Vorteil sei die schrittweise Vereinheitlichung der digitalen Basis und eine gemeinsame strategische Ausrichtung mit den Partnern.

Neben den Digitalisierungszielen steht bei der Abwasserbeseitigung Weißenfels – AöR bis 2020 eine Vielzahl von Einzelbaumaßnahmen auf dem Plan: Das fünfte Regenüberlaufbecken soll gebaut und Kanäle sollen schrittweise erneuert werden. Dabei wird die Beseitigung von Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 mit Fördermitteln unterstützt. Insgesamt stehen für die Sanierungsarbeiten bis 2020 15,391 Millionen Euro zur Verfügung.

Autor: bek

INFO

Abwasserbeseitigung Weißenfels – AöR

  • Entsorgungsgebiet: Schmutz- und Niederschlagswasserentsorgung für die Stadt Weißenfels mit ihren 6 Ortsteilen, reine Niederschlagswasserentsorgung in 7 weiteren Ortsteilen
  • die Kläranlage Weißenfels wurde bis 2014/2015 stufenweise auf 125.000 Einwohnergleichwerte (EGW) um- und ausgebaut
  • das während der Faulung anfallende Biogas wird zur Deckung des Eigenbedarfs in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verstromt
  • das Entsorgungsgebiet umfasst ein Kanalnetz von ca. 214 km Länge