WWAZ-Geschäftsstelle in der August-Bebel-Straße in Wolmirstedt

64. Ausgabe, 1. Quartal 2017

Sichere IT für sichere Trink- und Abwasseranlagen

Neu in der KITU: Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband

IT-unterstützt fahren Kameras durch Trink- und Abwasserkanäle, wird der Zustand der Anlagen erfasst und analysiert, werden Schäden ermittelt, Kanäle klassifiziert und Prioritätenlisten für die Sanierung erarbeitet. Die dafür nötige Software und das speziell geschulte Personal verbandsübergreifend und damit effizienter einzusetzen und sich noch wirksamer gegen Cyber-Angriffe auf die sensible Infrastruktur zu wappnen, das sind Ziele, die der Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband WWAZ mit dem Beitritt in die KITU verbindet.

„Die Trink- und Abwasseranlagen müssen sicher und reibungslos funktionieren“

so Jörg Meseberg, seit 2013 Verbandsgeschäftsführer des WWAZ im Landkreis Börde. Rund 60.000 Einwohner im Verbandsgebiet werden mit Trinkwasser aus dem Naturschutzgebiet Letzlinger Heide versorgt - mit rund 2,54 Millionen Kubikmetern Wasser bester Qualität, bereitgestellt von der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH. 15.600 Grundstücke in der Stadt Wolmirstedt und sieben Einheitsgemeinden mit insgesamt 42 Ortsteilen werden zentral und 1000 Grundstücke dezentral von Abwasser entsorgt.

Kontinuierlich investiert der Verband in die Erneuerung von Trink- und Abwasserleitungen. In Wolmirstedt, Barleben, Niederndodeleben und Rogätz ist der WWAZ darüber hinaus auch für die Niederschlagswasserentsorgung zuständig. Wo immer es möglich ist, werden die Investitionen in Leitungen und Kanäle mit den Straßenbauvorhaben der Kommunen und des Landkreises abgestimmt. Neben innerörtlichen Baumaßnahmen wurde inzwischen auch mit dem Austausch ortsverbindender Leitungen begonnen. Nach Bauarbeiten zwischen Mose und Rogätz sollen als nächstes Trinkwasserleitungen im nördlichen Teil der Verbandsgemeinde Elbe-Heide erneuert werden. „Das ist zum Beispiel nötig, wenn Ablagerungen den Querschnitt der Leitungen vermindern“, erklärte Meseberg.

WWAZ-Geschäftsführer, Jörg Meseberg
WWAZ-Geschäftsführer, Jörg Meseberg

„Im vergangenen Jahr haben wir einen Sicherheitscheck für den Verband durchgeführt und die aktuellen Anforderungen an die IT-Sicherheit im Verwaltungs- und gewerblichen Bereich festgeschrieben“

berichtete Meseberg. Der WWAZ könne nun bei der Umsetzung von den Vorteilen der Genossenschaft mit zentraler Beschaffung und Inhouse-Vergabe profitieren. Je nach Preisen und Leistungen werde sich der Verband zwischen KITU und eigener Ausschreibung entscheiden.

Den Genossenschaftsgedanken hat Jörg Meseberg schon bei seinem Wechsel aus dem Rathaus der Gemeinde Barleben zum Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband weitergetragen. „Barleben war KITU-Gründungsmitglied, als stellvertretender Bürgermeister und Amtsleiter habe ich schon damals dafür geworben, dass möglichst viele Kommunen Mitglieder werden sollten, um von zentralen Projektausschreibungen, vom Erfahrungsaustausch und von der gemeinsamen Interessenvertretung zu profitieren“, erklärte der WWAZ-Chef. Zwar seien die Aufgaben von Kommunen und Landkreisen deutlich andere als die von Zweckverbänden, doch er hoffe, dass auch weitere Verbände Teil der Gemeinschaft werden. „Wir könnten innerhalb der KITU eine Arbeitsgruppe bilden, um gemeinsame IT-Lösungen anzustreben und umzusetzen“, so Mesebergs Blick in die Zukunft. Eine einheitliche Software mache zum Beispiel bei der Umsetzung der Eigenüberwachungsverordnung Sinn, um die Dichtheit der Kanalisation und Kläranlagen zu kontrollieren und die gestiegenen Anforderungen an Umwelt- und Gewässerschutz zu erfüllen. Viele Anwender einer Software und gemeinsame Schulungen für die Mitarbeiter könnten Kosten senken.

Autor: bek