Schloss Altenhausen
© Holtorf

60. Ausgabe, I. Quartal 2016

Einst heiß geliebt und viel umkämpft – heute ein Ausflugsparadies

Nahe der A2, kurz vor der ehemaligen Grenze liegt Schloss Altenhausen

Es ist schon etwas ganz Besonderes, das Schloss Altenhausen in der Magdeburger Börde. Das Dorf entstand schon zu Karolingerzeiten, die Burg erst Jahrhunderte später. Aber seit Anbeginn war sie heiß umkämpft und immer wieder Zankapfel zwischen Kirche und Adel. Warum das so ist und was aus der Burg geworden ist, lesen Sie hier.

Kaum zu glauben, die Burg Aldenhusen war im 13. und 14. Jahrhundert ein Spielball von Herzögen und Bischöfen, die immer wieder erbittert um die steinerne Festung kämpften. Der Grund ist schnell erklärt: Der Besitz von Aldenhusen bedeutete Macht, Geld, Einfluss und Ruhm weit über die Grenzen von Magdeburg und Braunschweig hinaus. Das Schloss entstand bereits im 11. oder 12. Jahrhundert aus einer Niederungsburg, die der sehr reichen Familie von Aldenhusen gehörte. Die Festung ging in den Besitz derer von Osterburg über, da die Comitissa von Oldenhusen in diese Familie einheiratete und ihrem Sohn Siegfried das Schloss vererbte.

Begehrt von Bischöfen und Herzögen

Aber der will das Gemäuer nicht und ist froh, es an Herzog Otto III. von Braunschweig/Lüneburg verkaufen zu können. Kurz darauf stirbt Siegfried – der Name Oldenhusen verschwindet für immer aus den Adelsregistern. Anders ist es bei den Braunschweigern: Die halten in den nächsten 134 Jahren das Schloss Oldenhusen in ihrem Besitz. Allerdings kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Erzbischöfen von Magdeburg, die ein Auge auf dieses Kleinod geworfen hatten. Das ging einmal soweit, dass die Burg von den Magdeburgern stark zerstört und besetzt wurde und so dem Herzog von Braunschweig nichts anderes übrig blieb, die Burg Altenhausen als Magdeburgisches Lehen anzuerkennen. Ruhiger wurde es nicht um die Burg: 1352 gab es wieder Krieg und Zerstörung wegen der Burg. 1370 folgte die nächste Auseinandersetzung. Und so ging es munter weiter.

In den Jahren 1475 und 1485 ging das Schloss in den Besitz der Familie von der Schulenburg über. Matthias von der Schulenburg führte 1524 in Altenhausen die Reformation ein. Dann, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde das Schloss dem Erdboden gleichgemacht: 1625 gelang dem General Wallensteins von Schlick die Besetzung der Burganlage. Christian von Braunschweig konnte sie aber zurückerobern und brandschatzte von dort aus die ganze Umgebung. 1631 plünderten erst kaiserliche, 1636 dann sächsische und schwedische Truppen Altenhausen. Nach dem Krieg wurde das Gut Altenhausen bis 1774 unter zwei Mitgliedern der Familie von der Schulenburg aufgeteilt. Ihnen standen die Gerichtsbarkeit, das Patronatsrecht, der Zehnte und die Dienste zu.

Die heute die Burganlage prägenden Gebäude entstanden im 15. und 16. Jahrhundert. Ein weiterer Umbau erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts. Interessant bei der damaligen Neugestaltung: Es wurde Rotsandstein verwendet, der dem Gemäuer sein heutiges, typisches Aussehen verleiht.

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Erst enteignet, dann aufgebaut

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schloss Altenhausen durch Enteignung der Familie von der Schulenburg in DDR-Besitz überführt. Bis zur Wende diente es erst als Krankenhaus, später als Rehabilitationsklinik. Zwar blieb die äußere Substanz einigermaßen erhalten, aber große Teile im Inneren des Gebäudes verfielen immer mehr durch Nichtnutzung. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde und mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt begannen 1996 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen.

Wer heute bei einem Besuch durch das 1671 von Alexander von der Schulenburg erbaute Alexandertor das Schloss betritt, gelangt auf den großen Haupt-hof. Hier lädt das Schlosscafé von Ostern bis zum 31. Oktober zu einer Rast bei leckerem Kuchen und Kaffee ein.

Gleich neben dem Hauptgebäude gelangt der Besucher durch einen weiteren Torbogen auf den idyllischen Rosenhof. An das Schloss grenzen Stallungen mit Sattel- und Reithalle. Ja, hier können Sie reiten, die Kinder auf Ponys erste Reiterfahrungen sammeln – allerdings nur nach Voranmeldung. Rund um das Schloss erstreckt sich der 50.000 Quadratmeter große Schlosspark. Hier stehen riesige alte Bäume, gibt es herrliche Wege und eine abwechslungsreiche Flora und Fauna. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und beobachten flitzende Eichhörnchen, Bussarde, Spechte oder Kaninchen, die über eine Wiese hoppeln.

Neben den Hotel- und Feriengästen sind auch Tagesbesucher herzlich willkommen. Nach Voranmeldung werden für Gruppen Schlossführungen veranstaltet. Damit nicht genug: Es gibt noch einen Streichelzoo und für Tagesausflügler werden gerne Halb- oder Ganztagesausflüge zusammengestellt (siehe Kasten).

Auch Heiraten ist möglich

Schloss Altenhausen hat sich mittlerweile zu einem gerne gebuchten Ferienhotel entwickelt, da die Besitzer viel Wert darauf legen, ihren Gästen ein abwechslungsreiches und individuelles Urlaubsprogramm zu bieten. Egal, ob Volleyball, ein Bolzplatz, Streetball, Tischtennis, Lagerfeuer oder Diskothek – es wird nie langweilig in Altenhausen. Nicht zu vergessen die Gaststätte Alter Speicher. Hohe Decken, altes Mauerwerk und die alten Balken versetzen die Gäste zurück ins Mittelalter.

Wer möchte in diesem Ambiente nicht einmal wie ein Ritter schlemmen und dazu das selbstgebraute Bier genießen. „Außerdem“, so Inhaber Stephan Holtdorf mit einem Schmunzeln, „wir bringen auch junge Menschen zusammen.“ Wieso? „Auf Schloss Altenhausen dürfen Ehen geschlossen  werden. Wir haben ein Standesamt, eine Kapelle, eine Hochzeitssuite und erfüllen dem Brautpaar und seinen Gästen jeden Wunsch.“ Na, da kann ja gar nichts mehr schiefgehen.

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Ab Ostern können sich bei passender Witterung die Gäste und Besucher im Schlosscafé entspannen und erholen. Nach den vielen möglichen Aktivitäten ein verführerisches Angebot. Und bevor es dann am Abend in die gemütliche Gaststätte geht, garantiert ein Bli

Autor: Thomas Pfundtner

INFOS

Schloss Altenhausen
Schloßstraße 16
39343 Altenhausen
www.schloss-altenhausen.de
Ganzjährig geöffnet.
Führungen durch das Schloss bis 30 Personen. Anmeldung unter: 039052 92222 oder per E-Mail: altenhausen@schloss-altenhausen.de

Gaststätte Alter Speicher
Ganzjährig geöffnet. Di., Mi. und Do. von 17 bis 21 Uhr. Fr., Sa. und So. von 11 bis 15 Uhr und von 17 bis 21 Uhr.
Tischreservierung erbeten unter der o.g. Nummer oder E-Mailadresse.
Für Feiern bietet das Haus eine festliche, gräfliche Tafel an. Wer es lieber rustikal mag, sollte das Rittermahl wählen.
Jeden 2. Sonntag im Monat wird Brunch angeboten. Die nächsten Termine:  13. März, 10. April , 8. Mai und 12. Juni.
Darüber hinaus gibt es viele Veranstaltungen, die im Internet bekanntgegeben werden.

Anfahrt

Aus Halle: A 14 Richtung Magdeburg, hier Wechsel auf die A2 Richtung Hannover. An der Abfahrt Eilsleben raus und immer der Ausschilderung Richtung Erxleben folgen. Nach dem Ortsschild Erxleben teilt sich die Hauptstraße. Sie fahren Richtung Flechtingen. Dem Straßenverlauf nach Altenhausen folgen. Nach dem Ortsschild rechts in die Schloßstraße einbiegen. Sollten  Sie das Schloss nicht sehen: 039052/92222 anrufen und um Hilfe bitten.