10 strategische Technologietrends

76. Ausgabe, 1. Quartal 2020

10 strategische Technologietrends 2020

Wo geht die Reise  in der Welt der IT hin? Was liegt 2020 – trotz Corona-Krise – weltweit im Trend? Der Server hat bei einigen großen IT-Analyse-Unternehmen und Marktforschern recherchiert, um die wichtigsten strategischen Technologie-Trends für dieses Jahr zu ermitteln. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bietet aus unserer Sicht enormes Potenzial für Transformations- und Optimierungsinitiativen.

Wir warnen den geneigten Leser indes davor, die Trends isoliert zu betrachten. In unserer vernetzten Welt tut man gut daran, alles im wechselseitigen Zusammenspiel zu sehen.

1. Hyperautomation
Technologien, die über die standardisierte Automatisierung hinausgehen und die Arbeitswelt vereinfachen. Zu diesen Technologien rechnen wir Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning, Robotik-Prozess-
automatisierung und intelligente Unternehmenssoftware.

2. Multiexperience
Der Trend zur sogenannten Ambient Experience (jeder Raum wird auf die Kundenbedürfnisse angepasst) schafft immer neue und weitere Mensch-Maschine-Schnittstellen. Am Ende können sie alle den Nutzern neue Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality-Erlebnisse bieten. Der Zugriff auf Apps und Services wird erleichtert.

3. Democratization
Die unaufhaltsame Digitalisierung aller Lebensbereiche bietet zunehmend auch dem technischen Laien einen einfachen Zugang zu Software-Entwicklung, Design oder Datenanalyse. Dabei helfen KI und die immer häufigere Nutzung von Low-Code- und No-Code-Umgebungen. Ein Prozess, der zur Demokratisierung der Gesellschaft führt.

4. Human Augmentation
Technologien zur kognitiven und physischen Optimierung des Menschen werden vorrangig in vier Bereichen eine deutliche Weiterentwicklung erfahren:
Sensorische Augmentation (z. B. Sehen),
Erweiterungen zu biologischen Funktionen
(z. B. Prothesen),
Augmentation im Hirnbereich (z. B. Implantate)
genetische Augmentation (z. B. Therapien)

5. Transparency
Tatsache ist, dass die Menschheit zunehmend das Vertrauen in den Schutz der eigenen Daten und Rechte verliert. Da immer mehr Entscheidungen künftig nicht mehr von Menschen, sondern von einer Künstlichen Intelligenz getroffen werden, schwindet es weiter. Der Trend hin zu einer „neuen Transparenz“ ist überfällig, um verlorenes Vertrauen bei den Nutzern zurückzuholen.

6. Empowered Edge
Die rasant wachsende Datenflut ist vom Einzelnen nicht mehr zu händeln. Deshalb wird das sogenannte Edge Computing einer der wichtigsten strategischen Trends des Jahres. Eine dezentrale, ressourcenschonende Datenverarbeitung am Rande eines Netzwerks ist zwingend. Die Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Smart Devices und IoT-Geräte sind indes großartig.

7. Distributed Cloud
Die Umstellung von einer zentralen zu einer verteilten Cloud-Lösung bietet den Vorteil, dass sich Rechenzentren überall erreichen lassen und sich die Latenzzeiten deutlich verbessern. Der Cloud-Anbieter verwaltet die Public-Cloud-Dienste zwar weiterhin, jedoch liegen diese jetzt außerhalb der physischen Rechenzentren verteilt.

8. Autonomous Things
Immer häufiger kommen Technologien für automatisiertes Handeln zum Einsatz. Ob für Drohnen, Roboter oder andere intelligente Maschinen – dieser Trend wird sich künftig sehr wahrscheinlich auch außerhalb von kontrollierten Umgebungen wie z. B. Fabriken fortsetzen. Denn so können unterschiedliche Geräte völlig autonom miteinander interagieren.

9. Practical Blockchain
Blockchain-Technologie kann jede Information in öffentlich einsehbaren Datenbanken speichern, verarbeiten, teilen und verwalten. Dabei werden die Datensätze mittels Kryptographie verkettet. IT-Analysten sehen darin das Potenzial, zusätzliche Technologien wie KI und IoT neben der Blockchain zu integrieren, um eine Vielzahl neuer Transaktionen zu ermöglichen.

10. KI Security
Nicht neu ist, dass neue Technologien neue Sicherheitsrisiken in sich bergen. Es liegt im Trend, den Sicherheitsprozess künftig auch unter Einbeziehung von KI zu steuern. Das hat den Vorteil, dass nicht nur KI-gesteuerte Systeme geschützt werden, sondern auch KI-basierte Angriffe früh identifiziert und abgewehrt werden können.

juj

Quellen: amerikanisches IT-Analyse-Unternehmen Gartner; SAP; Marktforschungsinstitut IDC; Marktanalyse- und Beratungsgesellschaft „CXP Group“