70. Ausgabe, 3. Quartal 2018

Auf ein Wort, Dr. Jörg Bühnemann

Moderne Kommunikationsmittel gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag. Der „Server“ befragt an dieser Stelle Prominente und/oder von berufswegen kommunikative Menschen, welche sie davon wie und wofür benutzen. Heute: Dr. Jörg Bühnemann (38),  seit 1. Mai 2016 Geschäftsführer der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (AMG). Der studierte Betriebswirtschaftler war zuvor in leitender Funktion im Marketingbereich, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg sowie als freiberuflicher Unternehmensberater tätig.

Dr. Jörg Bühnemann
Dr. Jörg Bühnemann

Wie intensiv nutzen Sie für Ihre Arbeit moderne Kommunikationsmittel?
Sehr intensiv, vor allem PC und Smartphone. Das Tablet und Smart-TV nutze ich allerdings vorzugsweise zu Hause. Ganz ehrlich: Gäbe es diese Dinge nicht, würde ich meinen Job nicht so praktizieren können, wie es jetzt möglich ist. Damit meine ich z.B. die Möglichkeit, von jedem Ort der Welt aus für das Unternehmen tätig sein zu können.

Auf welche drei Webseiten klicken Sie am häufigsten?
www.amg-sachsen-anhalt.de, www.volksstimme.de sowie die Suchmaschine Google und den Google-Kalender.

Welche App Ihres Handys nutzen Sie am häufigsten?
WhatsApp, Sport1 und die Kalender-App.

Ist die zunehmende Digitalisierung für Sie eher ein Fluch oder ein Segen?
Die Einführung im Unternehmen ist ein Fluch, aber die Mehrwerte, die man aus der Anwendung generiert, sind ein Segen.

Finden Sie die Vorstellung, dass das „Internet der Dinge“ Ihren Kühlschrank füllt, Waschpulver bestellt, Jedermann jederzeit Ihren Standort verrät, Ihre Kinder an die Schularbeiten erinnert oder Ihnen den Kaffee kocht, beängstigend oder eher bequem?
Für mich sind diese neuen Möglichkeiten ein Stück Arbeitserleichterung im Alltag. Es ist der Lauf der Dinge, dem man sich entweder früher oder später stellt.

Raschelt Ihre Tageszeitung beim Lesen?
Nein. Das E-Paper ist einfach mobiler und ich kann bei meinen Reisen immer darauf zugreifen. Und man darf auch nicht vergessen, dass die digitale Zeitung Ressourcen schont, indem eben kein Papier bedruckt wird.

Hören Sie Musik vorzugsweise auf einem CD-Spieler, Plattenspieler, MP3-Player oder streamen Sie bereits?
Nur noch übers Internet.

Fotoapparat oder Handyfotos?
Handyfotos.

Ihr letztes Fotomotiv?
Meine Mannschaftskollegen vom Tennis.

Shoppen Sie lieber im Internet oder in der Innenstadt?
Meistens im Internet. Aber ich unternehme, wenn Zeit ist, auch gern einmal einen ausgiebigen Stadtbummel.

Hat das Bestellen von Lebensmitteln (Hello Fresh & Co) mehr Zukunft als der Hofladen des Landwirts um die Ecke?
Deutschlands ist beim Essen sehr traditionell, bisher ordern nur 1 bis 2 Prozent der Deutschen Lebensmittel im Netz. Andere Länder haben da eine ganz andere Quote. In Südkorea liegt sie im zweistelligen Bereich. Daran sieht man, wohin die Reise geht; auch in Deutschland wird der Lebensmittelversand in den nächsten Jahren deutlich steigen. Andererseits wird der Hofladen um die Ecke nicht sterben, denn es wird immer Menschen geben, die Wert darauf legen, über die Herkunft ihrer Lebensmittel Bescheid zu wissen.

Wann rechnen Sie damit, dass der Mensch statt einer Bio-Tomate lieber eine Pille schluckt oder sich einen Drink mixt, um seinen Vitaminhaushalt zu regeln?
Ich kann mir gut vorstellen, dass es in 10 Jahren völlig normal ist, seinen Bedarf an Vitaminen und Kohlenhydraten über Präparate zu regeln. Essen werden die Menschen dann nur noch aus Vergnügen und Lebensfreude und nicht, um sich zu ernähren. Das ist ja auch viel einfacher, als ständig darauf zu achten, ob der Vitaminhaushalt stimmt, die Flüssigkeitszufuhr passt und und und. Ich denke, dass sich dieser Prozess in Deutschland schneller als in anderen Ländern durchsetzt.

Warum?
Weil sich der Deutsche sehr viel weniger Zeit zum Essen nimmt als andere Nationen. In Frankreich wird ein Abendessen als familiäres Ereignis zelebriert und dauert durchschnittlich zwei Stunden, in Deutschland maximal 30 Minuten. Wir sehen Essen nicht als Event mit der Möglichkeit der Kommunikation, sondern als notwendiges Übel.

Wie sexy finden Sie Frauen wie Siri und Alice?
Absolut unattraktiv. Ich lasse keine von beiden an meine Ohren.