75. Ausgabe, 4. Quartal 2019

Auf ein Wort, Dr. Jürgen Ude

Moderne Kommunikationsmittel gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag. Der „Server“ befragt an dieser Stelle Prominente und/oder von berufswegen kommunikative Menschen, welche sie davon wie und wofür benutzen.
Heute: Dr. Jürgen Ude (* 1958 in Magdeburg), Ingenieur,
Unternehmer und politischer Beamter. Seit Januar 2017 ist er Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt.

Wie informieren Sie sich täglich über die Welt von Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung: in der Zeitung, im Radio und Fernsehen oder im Internet?
Ich nutze alles: Am Morgen im Bad höre ich MDR-Info, beim Frühstück klicke ich mich durch die wichtigsten Nachrichtenportale. Im Büro blättere ich MZ und Volksstimme, aber auch das Handelsblatt durch. Dann schaue ich mir den Pressespiegel der Landesverwaltung an und abends informiere ich mich bei Tagesschau, Markus Lanz oder Phönix.

Mal angenommen, Sie würden mit Ihrem Fahrzeug in der funklochreichen Altmark liegen. Wie würden Sie sich für Ihren nächsten Termin entschuldigen?
Ist mir noch nicht passiert. Nicht etwa, weil Funklöcher einen Bogen um mich machen, sondern weil ich es hasse, zu spät zu kommen. Ich bin immer früher da, als ich muss.

Auf welchem Wege könnte man mit Ihnen am schnellsten in Kontakt treten? WhatsApp, Telefon, E-Mail, Twitter, Facebook, Instagram, zu Hause klingeln?
Per Telefon oder WhatsApp. Für Leute, die Twitter und Instagram benutzen, existiere ich im Grunde nicht.

Auf welche Weise kommunizieren Sie mit den wichtigsten Mitarbeitern des Ministeriums?
Auf zwei Ebenen: vorzugsweise von Angesicht zu Angesicht oder aus Zeitgründen per E-Mail.

Gibt es Dinge, die ein Staatssekretär für Digitalisierung dienstlich noch analog erledigen muss?
Ja, ich schreibe noch gern Briefe, zeichne mit einem Stift auf Papier Akten gegen und koche auch gern selbst den Kaffee für meine Gäste.

Waren Sie eigentlich schon einmal in Estland?
Bereits zweimal.

Alle estnischen Bürger haben eine elektronische Identität. Sie dient nicht nur als Zugang zu ihrem eigenen zentralen Verwaltungskonto, sie kann auch für viele private Angebote genutzt werden. Über das Verwaltungskonto gibt es einen Zugriff auf alle staatlichen Dienstleistungen – von der Steuererklärung, die meistens nur Minuten dauert, bis zur digitalen Krankenakte. Warum ist das kein Modell für uns?
Weil Estland ein sehr kleiner und zentral regierter Staat ist. Deutschland ist föderalistisch aufgebaut; da sind solche Sachen nicht ganz einfach umsetzbar.

Nehmen wir an, Sie wären Bürgermeister in Sachsen-Anhalt und bekämen von der Kreisverwaltung oder dem Landesverwaltungsamt regelmäßig weitere Auflagen zur Digitalisierung ihrer Verwaltung Es fehlt Ihnen aber an einer auskömmlichen Bereitstellung der finanziellen Mittel. Was würden Sie tun?
Ich weiß, dass das sehr, sehr schwierig ist. Aber ich würde alle Möglichkeiten der verfügbaren Fördertöpfe für Kommunen durchforsten und versuchen, soviel wie möglich für meine Stadt herauszuholen.

Auf welche Webseiten klicken Sie am häufigsten?
msn.com, t-online.de, toralarm.de und sport1.de für die Ergebnisse der Magdeburger Fuß- und Handballer.

Raschelt Ihre Tageszeitung noch beim Lesen?
Nein, ich lese sie digital.

Welche drei App Ihres Handys nutzen Sie am häufigsten?
WhatsApp, Sport1 und die Wetter-App

Shoppen Sie lieber im Netz oder ins (Einkaufs)Netz?
Persönliche Sachen und Lebensmittel grundsätzlich im regionalen Einzelhandel. Alles andere eher im Netz, weil dort die Vielzahl deutlich größer ist. Ich bin ein Technikfreak und alles, was ich digital erledigen kann, erledige ich auch so. Zu Hause steuere ich fast alles über Smarthome – von der Alarmanlage bis zum Licht oder der Heizung.

Welchen Einfluss haben „Damen“ wie Siri oder Alexa auf Ihren Alltag?
Die einzige Dame, die komplett Einfluss auf mich hat, heißt Beate. Alexa darf morgens lediglich das Radio einschalten.