3. Ausgabe 2024 | Nr. 94

Auf ein Wort, Felix Kaminski

Moderne Kommunikationsmittel gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag. Der SERVER befragt an dieser Stelle Prominente und/oder von berufswegen kommunikative Menschen, wie, wann und wofür sie diese benutzen. Heute: Felix Kaminski, Wahl-Magdeburger und Setaufnahmeleiter. Seit 2023 hat der 40-Jährige die Geschäftsführung des Offenen Kanal Magdeburgs übernommen.

Felix Kaminski, Geschäftsführer Offener Kanal Magdeburg
Felix Kaminski, Geschäftsführer Offener Kanal Magdeburg

Herr Kaminski, Sie haben letztes Jahr die Leitung des Offenen Kanals übernommen. Was waren die größten Herausforderungen in den ersten Monaten Ihrer Amtszeit?
Ich habe im Januar 2023 die Geschäftsführung vom Offenen Kanal übernommen. Die größte Herausforderung war, für das Personal verantwortlich zu sein. Wir haben vier hauptamtliche Mitarbeitende, sieben Freiwillige in drei Freiwilligendiensten und regelmäßig Praktikanten. Für dieses Personal über einen langen oder unbestimmten Zeitraum verantwortlich zu sein, ist der größte Unterschied zu dem, was ich bisher gemacht habe. Gleich danach kommt die Infrastruktur oder das Material, mit dem wir arbeiten. Der Offene Kanal ist im letzten Jahr 25 Jahre alt geworden, und das Equipment ist in den seltensten Fällen High End, aber natürlich trotzdem noch gut nutzbar.

Der Offene Kanal feiert bald sein 26-jähriges Jubiläum. Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie in der sich schnell wandelnden Medienlandschaft für ein Bürgermedium wie den Offenen Kanal?
Als die Offenen Kanäle in Deutschland gegründet wurden, gab es kein YouTube, Instagram oder Facebook. Inzwischen hat man die Möglichkeit, über diese Plattformen sehr leicht große Reichweite zu erzeugen. Ich sehe den OK mittlerweile als eine Art Plattform, die Reichweiten ermöglicht. Man kann hier mit seiner Idee kommen, Technik ausleihen, Know-how-Unterstützung bekommen und sehr frei seinen Beitrag umsetzen. Unsere Schwierigkeit ist, dass wir das regelmäßig auch wieder erklären müssen, also dass wir es in die Öffentlichkeit immer wieder transportieren müssen, wie unser Konzept aussieht. Wir sind keine Produktionsfirma.

Wie wollen Sie den Offenen Kanal für die jüngere Generation attraktiver machen, die mit Social Media und Streaming-diensten aufgewachsen ist?
Wir bespielen all diese Ausspielwege: Facebook für die etwas Älteren, Instagram für die Anfang bis Ende 20-Jährigen und TikTok für alle darunter. Wir haben auch einen X-Account. Aber Medienkompetenz und Medienbildung ist eigentlich eine der Kernaktiviäten, die wir hier anbieten. Wir machen einzelne Workshops zu Themen wie Fake News oder Propaganda auf TikTok. Bei unserem Jugendstil-Magazin geht es nicht nur darum, eigene Beiträge zu kreieren, sondern auch, wie sowas konsumiert wird und wie man als Redakteur recherchiert, um nicht in dieselben Fallen zu tappen.

Welche drei Websites oder Apps nutzen Sie am häufigsten für Ihre Arbeit beim Offenen Kanal?
Wir benutzen die komplette Suite von Adobe, in erster Linie die Schnittsoftware Premiere, After Effects für Animationen und Effekte und Photoshop für Bildbearbeitung. In den letzten Monaten haben wir auch verstärkt DaVinci Resolve in Benutzung. Ansonsten nutzen wir ganz normale Text- und Tabellenbearbeitungsprogramme oder den Google Kalender für Terminvisualisierung. Auch ein FTP-Client zum Austausch von Sendungen mit anderen Offenen Kanälen kommt regelmäßig zum Einsatz.

Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre: Welche konkreten Ziele haben Sie sich für die Weiterentwicklung des Offenen Kanals Magdeburg gesetzt?
In erster Linie wollen wir das Konzept, das wir momentan fahren, weiterentwickeln, also unser Profil schärfen. Wir werden uns in den nächsten fünf Jahren einfach viel stärker modernisieren müssen. Unsere Infrastruktur ist relativ alt, unsere Netzwerktechnik ist auch alt, unser Playout ist veraltet, unsere Datenbanken sind technisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Mir wäre wichtig, dass es den Offenen Kanal in fünf Jahren noch gibt, dass wir durch die aktuellen politischen Entwicklungen so durchkommen, dass wir unsere Arbeit weitermachen können. Ein Wunsch wäre auch, noch einmal ein großes Projekt wie die Serie „Magdeburg Moritzplatz“ zu realisieren.

Bevorzugen Sie das Rascheln einer Magdeburger Zeitung beim Lesen der lokalen Nachrichten oder die schnelle Information digitaler Medien?
Ich benutze fast täglich die Volksstimme-App und lese da in erster Linie den lokalen Teil. Ansonsten höre ich viel Deutschlandfunk, also sowohl über die App auf dem Smartphone als auch im Auto, im Radio, also ganz klassisch.

Wie halten Sie sich über technische Innovationen im Medienbereich auf dem Laufenden?
Ich habe keine konkrete Zeitung oder Plattform dafür. Wenn ich irgendwo einen interessanten Artikel sehe, zum Beispiel über diese Pocket-Geschichten, die einem gewisse Artikel jeden Tag präsentieren, lese ich das. Oftmals suche ich konkret nach Sachen. Ansonsten bin ich viel im Austausch auch mit unserem Medientechniker, der ganz interessante Inputs bringt.

Bevorzugen Sie den Einkauf von technischem Equipment online oder in lokalen Fachgeschäften?
Das ist bei uns etwas schwieriger. Mir wäre nicht bewusst, dass es eine Firma in Magdeburg oder Umgebung gibt, die in unserem Bereich Dienstleistungen oder Technik anbietet. Wenn wir eine neue Kamera kaufen, dann bleibt uns tatsächlich nicht viel übrig außer dem Onlinehandel.

Wie stehen Sie zu KI-Assistenten wie Siri oder Alexa – nutzen Sie diese für Ihre Arbeit oder im Privatleben?
Grundsätzlich finde ich Assistenzsysteme nicht verkehrt. Ich selber benutze zu Hause Siri, in erster Linie um einen Timer zu stellen oder nach dem Wetter zu fragen. ChatGPT habe ich auch ausprobiert, aber das ist bisher nicht in meinem beruflichen Alltag implementiert.

Wo finden Sie Ihren Ausgleich zur Arbeit – online durch digitale Medien oder offline in der „realen Welt“?
Beides. Ich konsumiere gezielt Inhalte über Streamingdienste und YouTube. Gleichzeitig habe ich im Frühjahr wieder angefangen, ein bisschen Moped zu fahren, was mir wirklich viel Spaß macht. Es gibt auch kulturelle Sachen, die ich gerne in Magdeburg nutze, und ich bin in meiner Freizeit in einem Verein aktiv, der Kulturprojekte und Veranstaltungen macht.

Nutzen Sie für Ihre täglichen Wege in Magdeburg eher das Fahrrad oder setzen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel?
Magdeburg ist eine absolute Fahrradstadt. Ich bin auch regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs. Mit dem Deutschland-Ticket fällt es einem mittlerweile auch einfacher, in die Straßenbahn zu steigen anstatt die drei Haltestellen zu laufen. Manchmal ist es auch für die Bequemlichkeit das Auto. Gerade wenn Sachen hin und her zu transportieren sind, ist das besser. Von daher habe ich hier eigentlich alle Möglichkeiten und nutze die je nach Zweck.

Danke für das Gespräch.

Lea-Sophie Schubert