4. Ausgabe 2024 | Nr. 95

Auf ein Wort, Guido Nienhaus

Moderne Kommunikationsmittel gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag. Der SERVER befragt an dieser Stelle Prominente und/oder von Berufswegen kommunikative Menschen, wie, wann und wofür sie diese benutzen. Heute: Guido Nienhaus, Geschäftsführer der MDCC. Guido Nienhaus ist seit der Gründung 1997 Geschäftsführer der MDCC Magdeburg-City-Com GmbH. Der Diplom-Kaufmann begann seine Karriere in der Telekommunikationsbranche 1996 bei den Städtischen Werken Magdeburg. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert sich Nienhaus ehrenamtlich in verschiedenen Ausschüssen und Kuratorien in Magdeburg und Sachsen-Anhalt.

Felix Kaminski, Geschäftsführer Offener Kanal Magdeburg
Felix Kaminski, Geschäftsführer Offener Kanal Magdeburg

Herr Nienhaus, als Geschäftsführer der MDCC sind Sie ständig mit moderner Kommunikationstechnik befasst. Wie sieht Ihr persönlicher Medienkonsum aus?
Ich bin grundsätzlich sehr digital. Allerdings habe ich weniger den Drang, jederzeit mich und mein Leben auf irgendwelchen Kanälen zu teilen. Das liegt aber mehr an meinem grundsätzlichen Verständnis, dass ich mein Leben nicht ganz so spannend finde, sodass ich das nicht immer jederzeit zeigen muss.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Mobiltelefon?
Mein erstes Mobiltelefon hatte ich auf jeden Fall bereits 1996 und das war ein Bosch Dual-Com, mit rausziehbarer Antenne.

Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag durch die Digitalisierung in den letzten 25 Jahren verändert?
Es war 20 Jahre relativ konstant, auch schon digital. Man hatte Word, Excel, PowerPoint und ein E-Mail-Verarbeitungsprogramm. Aber jetzt kommt tatsächlich mit sehr vielen zusätzlichen Applikationen noch einmal sehr viel Geschwindigkeit rein. Künstliche Intelligenz ist dabei die neue große Welle, die alles umkrempelt. Ich sehe einen großen Schub auf die Arbeitswelt zukommen. Gleichzeitig bin ich gespannt, wann sich das Ganze wieder aufs Wesentliche reduzieren wird. Bei Social Media haben wir das ja schon erlebt – von vielen Plattformen blieben am Ende nur wenige übrig. Ich vermute, dass sich dieser Zyklus der Ausbreitung und anschließenden Reduktion auch in anderen Bereichen wiederholen wird.

Gibt es analoge Gewohnheiten, an denen Sie trotz der digitalen Transformation festhalten?
Ich liebe es tatsächlich nach wie vor, um 20 Uhr die Tagesschau oder sonntags den Tatort zu schauen, auch wenn ich ansonsten ab 20:15 Uhr dann doch komplett auf die Mediathek zugreife.

Wie organisieren Sie Ihre Termine – digital oder klassisch mit Kalender?
Ich habe definitiv seit mindestens 15 Jahren, seitdem es das Smartphone gibt, keinen analogen Terminkalender mehr.

Nutzen Sie Social Media privat oder beruflich? Wenn ja, welche Plattformen bevorzugen Sie?
Ich nutze Social Media, gehe jeden Tag auf unseren Firmen-Facebook- und Instagram-Kanal. Mit LinkedIn hadere ich noch ein bisschen. Ich bin nicht derjenige, der tatsächlich postet, wie viele Kilometer er am Wochenende gejoggt ist. Bei dienstlichen Veranstaltungen poste ich aber selbstverständlich auch selbst etwas.

Wie gehen Sie mit der ständigen Erreichbarkeit um, die moderne Kommunikationsmittel mit sich bringen?
Also, wenn es die Situation einfach nicht hergibt, bin ich nicht erreichbar, aber ansonsten ist das Handy immer dabei und es stört mich auch nicht. Wenn es klingelt und ich nicht abnehmen kann, dann drücke ich es weg und das ist auch okay. Ich empfinde das nicht als störend, sondern so ist es einfach.

Sie sind auch an der Organisation des Weihnachtssingens in Magdeburg beteiligt. Wie kam es dazu?
Die Geschichte ist relativ einfach. Als Namensgeber der ehemaligen MDCC Arena hatten wir die Möglichkeit, eine Veranstaltung ohne Mietkosten durchzuführen. Zwei Personen kamen mit der Idee auf mich zu, ein Weihnachtssingen wie bei Union Berlin zu organisieren. Ich fand den Gedanken spannend und habe mich persönlich eingebracht. Da ich katholisch bin, habe ich den Kontakt zu den Kirchen hergestellt. Ich habe auch die Verbindung zum Chorverband geknüpft und mich um einige organisatorische Aspekte gekümmert. Bei der ersten Veranstaltung am 23.12.2016 kamen 7.000 Leute, was uns völlig überrascht hat. Seitdem ist es gewachsen, und trotz Unterbrechungen durch die Corona-Pandemie kommen wieder über 20.000 Menschen zum gemeinsamen Singen. Auch dieses Jahr findet es wieder am 23.12. statt.

Zurück zur Digitalisierung: Welche Apps auf Ihrem Smartphone nutzen Sie am häufigsten?
Dienstlich ist natürlich Outlook die App Nummer 1, mit der man dann alle Kalender, Termine und Mails checkt und verschickt. Teams holt auch auf. Privat wahrscheinlich doch die Wetter-App, weil wir zwei Hunde haben und es da schon spannend zu wissen ist, ob es in der nächsten Stunde regnet oder nicht.
Schreiben Sie im Urlaub noch klassische Postkarten oder setzen Sie auf digitale Grüße?
Ich mache weder noch. Ich mache keinen WhatsApp Status, ich schicke auch keine Postkarten, sondern ich erzähle anschließend, wie es war. So wie man das ganz früher mal gemacht hat.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in Ihrem Arbeitsalltag?
Wir haben einen Vertrag mit einem Beratungsunternehmen geschlossen, das sich den ganzen Tag nur mit künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. Das Unternehmen geht künftig bei uns jeden Arbeitsprozess durch, sowohl Kundenprozesse als auch die internen Prozesse, um zu schauen, inwieweit dort die künstliche Intelligenz den Prozess optimieren kann.

Zum Abschluss: Was hören Sie nach einem Tag voller Telekommunikation gerne in Ihrer Freizeit?
Erst MDR aktuell und dann kommt MDR Jump.

Danke für das Gespräch.

Lea-Sophie Schubert