Fachwissen gepaart mit Improvisationstalent

Wenn das Rathaus eine Woche schließt, ist entweder Weihnachten oder das Team Infrastruktur erneuert komplett den IT-Betrieb.
Geräteausstattung und Verkabelung sind oft „historisch gewachsen“, Überraschungen sind vorprogrammiert.

Stefan Behrend

Eine Kommune hat ihre technische Infrastruktur in einem Raum konzentriert, in einer anderen ist sie über mehrere Etagen verteilt. Die Kabelführung durch Wände, Schächte und Fußböden ist manchmal abenteuerlich und Kollegen, die Auskunft geben könnten, sind nicht mehr da. Schnittstellen und Anschlüsse müssen erneuert werden und manchmal sind auch bauliche Veränderungen notwendig, zum Beispiel um alle Anforderungen für den Brandschutz zu erfüllen. Mit Elektrikern und Bauamtsvertretern werden die Details vorab besprochen.

Doch trotz akribischer Vorbereitung gibt es kaum eine Betriebserneuerung ohne Überraschungen. „Wir müssen schnell Lösungen finden, Entscheidungen treffen und improvisieren“, sagt Stefan Behrend. Teamintern wird das auch gern „lokal-dynamisches Entscheiden“ genannt.

„Es ist jedes Mal extrem spannend und der Zeitdruck ist groß“, erzählt Andreas Fließ. Das Rathaus muss pünktlich wieder geöffnet und die Verwaltung in vollem Umfang arbeitsfähig sein. „Wir haben einige sehr gute Partner, die genauso dynamisch sind wie wir und auf Zuruf reagieren, falls ein Gerät oder Bauteil defekt ist. Es gibt aber auch weniger flexible Unternehmen, dann sind umso mehr gute Ideen gefragt.“

Ausgangspunkte, Zielstellungen und Herausforderungen sind von Kommune zu Kommune sehr verschieden. Während die einen längst mit Glasfaserkabeln an schnelles Internet angebunden sind, mussten in anderen die Verwaltungsgebäude via Funkstrecke verbunden werden. Während die IT-Technik immer umfangreicher wurde und damit auch die produzierte Abwärme zunahm, ist in manchem Technikraum die Klimaanlage lange Zeit nicht erneuert worden. Während einige Kommunen Vorsorge für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ihrer IT-Technik getroffen haben, müssen andere erst von der Notwendigkeit überzeugt werden. Auch die WLAN-Ausstattung der Besprechungsräume und Rats-säle ist immer eine wesentliche Komponente bei der Betriebserneuerung.

Andreas Fließ

Nicht nur Rathäuser werden vom Team Infrastruktur mit Servern und Netzwerktechnik, mit Hard- und Software ausgestattet. Dank der Förderung im Rahmen des DigitalPakts von Bund und Ländern steigt auch die Nachfrage nach Schul-IT derzeit rasant. Aktuell bearbeitet das Team 17 Infrastrukturen. Dabei setzen immer mehr Kunden auch auf die anschließende Betreuung durch die KID.

Mit den Aufgaben wächst die Mannschaft. Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Mitarbeiter auf zehn plus Teamleiter verdoppelt, weitere Stellen werden geschaffen. Um bei der IT-Ausstattung stets am Puls der Zeit zu sein, nehmen die Kollegen Update-Schulungen der Hersteller in Anspruch. „Wir wählen danach aus, welche Produkte zu uns und unseren Projekten passen“, sagt Stefan Behrend. „Die Technik muss aber auch ausgereift sein“, ergänzt Andreas Fließ. Bei aller Vorfreude auf neue Möglichkeiten müsse man abwarten können, bis Hard- und Software stabil laufen, sind sich die beiden Administratoren einig.

bek