Virtualisierung vom Server bis zur Datensicherung

Seit 2005 wird im Rechenzentrum der KID Magdeburg konsequent auf Servervirtualisierung gesetzt.
So können Ressourcen optimal ausgelastet und Ausfallsicherheit gewährleistet werden.

Karsten Reich

Außerordentlich breit gefächert sind die Verwaltungsaufgaben, die Städte und Gemeinden zu bewältigen haben. Die Bandbreite reicht vom großen Finanzverfahren einer Kommune und ihrer Eigenbetriebe bis zu kleinen Verfahren wie Schüler-Bafög, Turnhallenverwaltung des Schul- und Sportamtes oder das Bestattermodul der Friedhofsverwaltung. Viele Komponenten werden gebraucht, eine heterogene Landschaft aus Betriebssystemen, Datenbanken, lizenzfreier und lizenzpflichtiger Software mit unterschiedlichen Systemvoraussetzungen ist gewachsen. Die damit verbundene Vielfalt der Aufgaben im Rechenzentrum der KID und ein hoher Grad an Eigenverantwortung sind das, was Nico Kaluza und Karsten Reich an ihrer Arbeit reizt.

Einige Kommunen betreiben noch ihre eigenen Server, andere nutzen die Dienste der KID. Dank Servervirtualisierung werden die Daten im Rechenzentrum des Kommunalen IT-Dienstleisters effizient und ausfallsicher bearbeitet und gespeichert. „Es gibt nicht für jeden existierenden Server ein physisches Gerät, sondern es laufen auf einer Hardware mehrere Server“, berichtet Karsten Reich, der seit 24 Jahren dabei ist. „Fällt eine Maschine aus, übernimmt eine andere.“ Weitere Sicherheitsvorteile, die das Rechenzentrum bietet, sind ein automatisierter Lastenausgleich und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.
Auch die Datenspeicherung ist virtualisiert. „Früher haben wir die Daten auf Bändern gespeichert, die Kassetten in Koffer gepackt und an einen anderen Ort gebracht“, erinnert sich Karsten Reich. „Jetzt werden sie an Bandroboter gesendet, die sie zunächst auf Festplatten sichern. Im Hintergrund greift das System auf diese Sicherungen zu und schreibt sie an zwei Orten auf physische Bänder“, erklärt Karsten Reich. Das geschieht automatisch und regelmäßig. Disk-to-Disk-to- Tape oder D2D2T heißt das in der Fachsprache.

Nico Kaluza

Der Vorteil dieser Technik besteht darin, dass die Daten einige Tage als Backup auf der Festplatte zur Verfügung stehen und zusätzlich auf Magnetbändern langzeitarchiviert werden. Die Alukoffer voller Sicherungskassetten sind Geschichte.

Neben dem Monitoring, dem Konfigurieren und Administrieren gehören zum Beispiel auch die verschlüsselte E-Mail-Kommunikation und die sichere Datenübertragung in besonders sensiblen Bereichen wie zwischen Kommune und Justiz zum Aufgabenspektrum, das in dem 15-köpfigen Team des Rechenzentrums bearbeitet wird. Aber auch die Software, mit der bei den Kommunalwahlen in Magdeburg die Daten aus den Wahlbüros erfasst, ausgewertet und die Ergebnisse an den Stadtrat gemeldet werden, haben Mitarbeiter des Rechenzentrums für den Wahltag vorbereitet.

bek