3. Ausgabe 2024 | Nr. 94
Via iKISS ins World Wide Web
Ein Turm und Häuser mit roten Dächern. Die Ansicht der Altstadt von Zörbig taucht auf, wenn man www.zoerbig.de in den Browser eintippt. In diesem Jahr erfuhr der Internetauftritt der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts einen Relaunch. Maßgeblich verantwortlich für die Gestaltung ist Tatjana Anton, die auch für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
„Die größte Herausforderung war es, die Seite barriereärmer zu gestalten“, blickt die Verwaltungsfachangestellte zurück. „Das war oft nicht einfach und ist ein Lernprozess.“ Tatjana Anton berichtet von einer umfangreichen Arbeit, von vielen Kniffen, die sie dabei kennenlernte und die sie zunehmend besser beherrscht. Sie benutzte für die Verwaltung/Bearbeitung der Internetseite das Programm iKISS, das von der KID bereitgestellt wurde – ein Vorschlag des IT-Sachbearbeiters in der Stadt.
„Es handelt sich bei iKISS um ein Modulsystem“, erklärt Nils Faulhaber von der KID, von dem Tatjana Anton technische Unterstützung erhält, wenn es irgendwo hakt. iKISS gehört zu einem großen Portfolio an Anwendungen, die speziell für die Verwaltung entwickelt wurden, und wird inzwischen in mehreren Kommunen und auch Firmen wie der GETEC angewendet. „Die Kommunen können einfach sagen, was sie brauchen: ein Intranet etwa“, beschreibt Nils Faulhaber, „wir haben die entsprechenden Module dafür.“ Die KID ist Partner des Herstellers und begleitet die Entwicklung.
„Das Programm ist von der Bedienung her gut“, schätzt Tatjana Anton ein, die als gelernte Verwaltungsangestellte zwar über keine speziellen IT-Kenntnisse verfügt, aus der Bearbeitung der Vorgänger-Website aber bereits Erfahrungen im Umgang mit Content Management Systemen hat. Gemeinsam mit dem Museumsleiter, der für Kultur und Veranstaltungen zuständig ist, zeichnet sie nun verantwortlich für den Internetauftritt von Zörbig. Sie schrieb im Vorfeld eine Rundmail an die Kollegen im Rathaus, die Ortsbürgermeister und Vereine, bat um Inhalte, die sie einstellen konnte. „iKISS ist gut zu bedienen, aber man muss sich schon damit befassen“, so ihre Einschätzung nach einigen Monaten.
Momentan ist die Seite von Zörbig vor allem noch ein Informationsangebot für Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher der Stadt. Man findet Veranstaltungen, einen Behördenwegweiser, Stellenausschreibungen, einen Bürgerservice. Die Internetseite wird permanent gepflegt: Das Vereinsregister wird aktualisiert, Veranstaltungen eingepflegt, ein Firmenregister aufgebaut.
Schritt für Schritt soll das nun erweitert werden. Für einige Arbeiten setzt die Stadt auch Praktikanten ein.
„Wir streben an“, verrät Tatjana Anton, „dass man seinen Hund über das Internet anmelden, irgendwann auch den Kitaplatzbedarf melden und den Bauantrag stellen kann.“ Der Internetauftritt wird ständig erweitert; das Angebot wird größer. Kann man derzeit zum Beispiel noch Anträge als PDF ausdrucken, so sollen in der nächsten Stufe diese Anträge online ausgefüllt und verschickt werden können. Die notwendigen technischen Voraussetzungen erfüllt das System bereits jetzt, die einzelnen Online-Dienstleistungen können nun nach den Vorstellungen der Stadt nach und nach freigeschaltet werden.
Schon jetzt sind die Ämter eingebunden. Über ein Postfach können Bürgerinnen und Bürger die Verwaltung kontaktieren. Die Mails werden über die Zentrale an die entsprechenden Bearbeiter in den Ämtern weitergeleitet.
Aus der Bevölkerung komme relativ wenig Feedback, gesteht Tatjana Anton. Eigentlich ein gutes Zeichen, gibt es doch offenbar keine großen Wünsche. Zudem sind die Zahlen der Nutzer seit dem Relaunch gestiegen, allein schon weil die Seite übersichtlich und gut verständlich ist. Das ist etwas, was Tatjana Anton besonders wichtig ist. Die meisten Anfragen, die von den Einwohnern kommen, beschäftigen sich mit Fragen wie „Wann ist die Baustelle fertig?“.
Was die Barrierefreiheit betrifft, ist Tatjana Anton noch nicht restlos zufrieden. „Wir sind aber dran, das ständig zu verbessern“, verspricht sie.
Annette Schneider-Solis


