Rathaus in Coswig (Anhalt)
© Stadt Coswig (Anhalt)

68. Ausgabe, 1. Quartal 2018

Coswig – Kleinstadtidylle zwischen Elbe und Fläming

„Tor zum Fläming“ nennen die Coswiger liebevoll ihre Stadt, die idyllisch zwischen den Hügeln des Flämings und an der abwechslungsreichen Auenlandschaft der Mittleren Elbe liegt. Wahrzeichen der Stadt in der historischen Landschaft Anhalts sind drei Türme: der erste ist der 52 Meter hohe Turm der Kirche St. Nicolai, von dem aus sich ein faszinierender Blick über die Elbauen in das Dessau-Wörlitzer Gartenreich sowie die dicht bewaldeten Moränen des Flämings bietet. Die Kirche, deren Ursprünge auf das Jahr 1150 zurückgehen, ist das älteste Gebäude der Stadt.

Der zweite Turm von Coswigs Stadtsilhouette gehört zum Schloss, früher Witwensitz des anhaltischen Fürstenhauses, später Militärlazarett, Gefängnis und Archiv. Auch wenn der repräsentative Bau, der als Wiege des Barock in Anhalt gilt, seit Jahren auf neue Nutzung wartet – das einstige Residenzschloss ist nur eines von elf Adelssitzen im Stadtgebiet von Coswig. 

Der dritte Turm in der Kernstadt krönt das Rathaus. Nach umfangreichen Umbauarbeiten ist es auf dem neu gestalteten Marktbereich heute wieder Zentrum des sozialen Lebens der Stadt. Hausherr in dem Gebäude, das u.a. Bürgerbüro und Stadtinformation, Kämmerei, Einwohnermeldeamt und Standesamt beherbergt, ist seit Sommer 2017 Axel Clauß. Der neue Bürgermeister macht kein Hehl daraus, dass er weder aus Coswig noch aus Anhalt stammt, aber voller Begeisterung für seine Wahlheimat ist. „Wir haben die Elbe und den Fläming direkt vor der Haustür, liegen inmitten von vier Welterbestätten, von Berlin und Leipzig jeweils nur eine Autostunde entfernt“, schwärmt er, aber auch von starken Partnern in Wirtschaft und Gewerbe vor Ort. So gut die geografischen Standortvorteile auch sind – auch Coswigs ortsansässige Firmen klagen längst schon über Fachkräftemangel in der um jährlich beinahe 60 Einwohner schrumpfenden Stadt.

Axel Clauß, Bürgermeister
Axel Clauß, Bürgermeister

„Wir wollen den demografischen Wandel stoppen“,

versichert der Bürgermeister,  denn Coswig (Anhalt) lebt! „Wir sind eine Stadt, die sich auf den Weg in die Zukunft macht“, verspricht er auf www.coswigonline.de, der elektronischen Eingangstür zur Stadt und ihrer Verwaltung.

Axel Clauß möchte ein gläsernes Rathaus schaffen, Internet-Portal sowie die sozialen Medien auch dafür nutzen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Weil IT darüber hinaus aber überall ist, will künftig auch Coswig die sich aus einer KITU-Mitgliedschaft ergebenden Vorteile nutzen. Beobachtet habe man die Genossenschaft schon seit einigen Jahren, verrät EDV-Fachmann Wilfried Pollex, und den Kontakt zu ihr nie verloren. Für die derzeit für zwei Grundschulen im Stadtgebiet angestrebte Förderung beim Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien zum Beispiel

„waren wir nicht in der Lage, allein die Vorarbeit zu leisten.“

Mit Hilfe der KITU aber konnten die entsprechenden Anträge ausgefüllt und eingereicht werden. Zwar weiß man auch in Coswig, dass die IKT-Fördertöpfe derzeit leer sind, hofft aber auf zusätzliche Mittel für Grundschulen im ländlichen Raum, damit auch den Erst- bis Viertklässlern in Klieken und Jeber-Bergfrieden in ihren Klassen- und Fachräumen künftig moderne Bildungswege offen stehen.

Das elektronische Personenstandsregister als auch die online-Gewerbeanmeldung sind in Coswig bereits umgesetzt, weitere Vorhaben „in der Schublade“. Bei der Einführung von Facility Management hofft man ebenso wie beim Dokumentenmanagement, eAkte und eArchiv von den Erfahrungen und Potentialen der KITU profitieren zu können.  Finanziell von Nutzen war der Stadt bereits die Beschaffung von Hardware aus dem KITU-Warenkorb oder von Microsoft Lizenzen über Comparex ohne eigene europaweite Ausschreibung. „Alles, was wir nicht selbst ausschreiben müssen, spart Zeit und letztlich auch Geld.“ Voraussetzung auch für Coswigs Weg in das digitale Zeitalter ist der Breitbandausbau. Diesbezüglich ruhen die Hoffnungen von Bürgermeister, Fachleuten und Einwohnern auf einem kürzlich mit der Telekom Deutschland GmbH geschlossenen Vertrag, der der Stadt binnen zwei Jahren den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes mit mindestens 50 Mbit/s garantiert.

Autor: Gudrun Oelze

Coswig (Anhalt)

Coswig in Anhalt wurde 1187 erstmals erwähnt und blickt da-mit auf eine längere Geschichte als Anhalt selbst zurück. Von den 12.000 Einwohnern leben zwei Drittel in der Kernstadt, ein weiteres Drittel in 16 Ortsteilen - von B wie Bräsen über H wie Hundeluft bis Z wie Zieko. Besuchern bietet das knapp 30.000 Hektar große Stadtgebiet unter  anderem mehr als 800 Jahre Architektur, romanische Feldsteinkirchen, barocke Bauten, griechische Mythologie in prachtvollen Stuckdecken sowie Naturidylle pur am Elbestrand und im Fläming.