2. Ausgabe 2024 | Nr. 93

Fördermittel in kurzer Zeit punktgenau verwendet

Digitalisierung an Schulen

„Für uns war es eine Aufgabe, die vollen Einsatz verlangte“,


berichtet Robert Hradsky (Foto) vom Bereich Kommunikation und Marktentwicklung der KID. Für die Umsetzung der Richtlinie REACT in Verbindung mit der Beschaffung mobiler Videokonferenzsysteme von Seiten des Ministeriums für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt seien im vergangenen Jahr nur wenige Monate geblieben. Die Abkürzung „REACT“ steht für „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“, was mit „Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas“ übersetzt wird.

Der Runderlass datierte auf den 26. Juni 2023. Anträge mussten bis zum Stichtag, dem 31. Juli 2023, und die Nachweise über die Verwendung der Mittel schon am 30. September 2023 eingereicht sein. Es galt ohne Zögern umgehend zu handeln. Und das geschah noch dazu in der Ferien- und Urlaubszeit.

Robert Hradsky aus dem Bereich Kommunikation und Marktentwicklung der KID.

In den Förderrahmen der Richtlinie fielen die Beschaffung mobiler Videokonferenzsysteme mit den entsprechenden Hardwarekomponenten, Software inklusive der Lizenzen, die Anlieferung, Kosten für Installations- und Montagearbeiten sowie Personalausgaben für die Einrichtung der Systeme. Die zur Verfügung stehenden Mittel konnten Träger der staatlich kontrollierten Bildung von allgemein- und berufsbildenden kommunalen Schulen, Schulen in freier Trägerschaft und Pflegeschulen beantragen.

Für eine Reihe von Kommunen zeigte sich im Sommer und Herbst die Beschaffung des technischen Equipments über die KITU-Mitgliedschaft als haargenau der richtige Weg, auf die entsprechenden Angebote verschiedener Hersteller relativ unkompliziert zurückzugreifen. Mit einer eigenen Ausschreibung hätten sie es kaum geschafft, alle geforderten Formalien einzuhalten. Auf diese Zuwendungen zu verzichten, wäre ein großer Fehler gewesen, denn diese gab es als komplett nicht rückzahlbare Zuschüsse. „Um den Prozess zu beschleunigen, gingen wir umgehend von uns aus auf die Kommunen zu und boten diesen Unterstützung an“, erläutert Robert Hradsky. Dabei habe eindeutig geholfen, dass passgenaue Rahmenverträge für die entsprechende Technik bereits vorhanden waren. Die Bereitstellung von rund 1000 Systemen über die KITU erwies sich als eine echte logistische Herausforderung. Diese reichte von der Anlieferung der Komponenten über deren Annahme in den einzelnen Schulen bis hin zur komplexen Inbetriebnahme vor Ort.  

Die Vollfinanzierung aus EU-Mitteln half den Bildungseinrichtungen ungemein, die Digitalisierung im Klassenzimmer voranzutreiben. Nach Auskunft des Bildungsministeriums von Sachsen-Anhalt wurden so insgesamt 409 Schulen zwischen Arendsee und Zeitz mit Videokonferenzmodulen ausgestattet. Sie erhielten mindestens ein System, oftmals jedoch mehrere. Dahinter verbargen sich mobile, interaktive Tafeln oder E-Boards in Kombination mit leistungsstarken Konferenzkameras, Mikrofonen und einem internen Steuer-PC. Mit dieser Technologie lassen sich die Anforderungen des Distanz-, Fern- und Hybridunterrichts erfüllen. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an virtuellen Unterrichtsformen. Durch die Mobilität kann das System in verschiedenen Räumen eingesetzt werden, ebenso für virtuelle Konferenzen und Elternabende. Hybride und Distanzunterrichtformen sowie Videokommunikation haben sich längst als Alternative im pädagogischen Alltag von Schulen etabliert.

Beispielsweise erhielt die Stadt Zeitz die Zusage für die Anschaffung von 34 mobilen Videokonferenzsystemen. Dafür gab es die maximal mögliche Fördersumme in Höhe von rund 183.126 Euro. 119.000 Euro bekam die Stadt Aschersleben. Mit diesen Geldern wurden für das Gymnasium Stephaneum als auch die städtischen Grundschulen insgesamt 25 mobile Konferenzsysteme angeschafft. Zusammen mit der Erneuerung der Netzwerke im Rahmen des Förderprogramms „Digitalpakt Schule“ trugen sie dazu bei, dass Aschersleben bei der Digitalisierung seiner Schulen einen großen Schritt nach vorn machte. Die „interaktiven Tafeln auf Rädern“ lassen sich sehr flexibel einsetzen und wurden in die Schulnetzwerke eingebunden, um die Unterrichtsqualität zu verbessern. Von Antragstellung bis zum Einsatz vergingen gerade einmal drei Monate. In Wanzleben und in Klein Wanzleben, um noch ein Beispiel zu nennen, verfügt nun auch jede Grundschule über mobile Videokonferenzsysteme. Die ausgereichte Förderung betrug dort 30.292 Euro.

Klaus-Peter Voigt