Blick auf die Trogbrücke, Hohenwarthe
© Gemeinde Möser

68. Ausgabe, 1. Quartal 2018

Gemeinde Möser – eine starke Gemeinschaft

Die KITU war für die Verwaltungschefs von Möser keine Unbekannte mehr, als sich die Einheitsgemeinde zur eigenen Mitgliedschaft entschloss. Sowohl Bürgermeister Bernd Köppen als auch sein Stellvertreter, Bau- und Ordnungsamtsleiter Hartmut Dehne, wissen als Mitglieder des Kreistages Jerichower Land längst die Vorteile dieser Genossenschaft im IT-Bereich zu schätzen. „Die wollen wir nun auch für unsere Gemeinde nutzen“, berichtet der Bürgermeister.

Bernd Köppen, Bürgermeister
Bernd Köppen, Bürgermeister

„Allein verfügen wir nicht über die Fachkompetenz und die personellen Ressourcen, um die zunehmende Komplexität beim IT-Einsatz und die damit verbundenen steigenden Anforderungen an Datenschutz und -sicherheit zu bewältigen.“

Als ein erstes Gemeinschaftsprojekt mit der KITU steht das Antragsprozedere für die IT-Förderung im Schulbereich an. Im Unterschied zu vielen anderen Regionen Sachsen-Anhalts wächst hier die Einwohnerzahl und mit ihr die der Kinder, sodass die Grundschule in Möser um ein drittes, dann aber gleich hochmodern ausgestattetes Gebäude erweitert werden muss. „Durch die Nutzung der genossenschaftlichen Ressourcen bei diesem und ähnlichen Vorhaben können wir als Kommune uns unserem eigentlichen Ziel, die Einheitsgemeinde mit ihren sechs Ortschaften als attraktiven Wohn- und Lebensstandort weiter zu entwickeln, besser widmen“, meint Amtsleiter Dehne.

Obwohl schon vor mehr als tausend Jahren erstmals erwähnt, gibt es die Gemeinde Möser in ihrer heutigen Gestalt erst seit dem Jahr 2010. Damals schlossen sich die Dörfer Möser, Hohenwarthe, Körbelitz, Lostau, Pietzpuhl und Schermen zu einer  Einheitsgemeinde zusammen und gaben sich als sichtbares Zeichen ihres Zusammenhalts ein Wappen mit blauem Flechtkreuz auf silbernem Grund, umgeben von sechs sechszackigen blauen Sternen. Das ineinander verwobene Kreuz verweist nicht nur auf das nahe Wasserstraßenkreuz, sondern steht symbolisch auch für den Zusammenschluss der Ortschaften, denen jeweils einer der Sterne im Wappen gewidmet ist.

Allen gemeinsam ist die günstige geografische Lage, die Nähe zur Elbe, eine reizvolle landschaftliche Umgebung und intakte Infrastruktur in den Dörfern. Für jene, die sich dort ansiedeln wollen, stellt die Gemeinde eigenes Bauland nicht nur günstig zur Verfügung, sondern unterstützt junge Leute mit Kindern auch finanziell bei dessen Erwerb. Um behördliche Anliegen zu  klären, müssen die Bewohner in vielen Fällen auch gar nicht mehr persönlich die Verwaltung aufsuchen. Ob Anmeldung der Hundesteuer oder Formulare des Standesamtes, jenes für eine Gewerbeabmeldung oder den Aufnahmeantrag für die Feuerwehr – alles gibt es online auf der gemeindlichen Internetseite.  Ein „Informationsassistent“ erinnert die Bewohner auf Wunsch zudem automatisch per E-Mail an Termine wie Müllabfuhr, Gottesdienste oder die Bereitschaft von Ärzten und Apotheken.

Für Leben und Wohnen in einer der Ortschaften von Möser spricht auch das facettenreiche Landschaftsbild, das im Westen von der Elbe und ihren flachen Auen, nach Osten hin von dichten Wälder und dem Übergang in eine ländliche Region geprägt ist. Eine Vielzahl von Verkehrswegen wie die A 2, die B 1 oder die Bahnlinie Berlin-Hannover tangieren das Gemeindegebiet und ermöglichen den Bewohnern schnelle Verbindungen in benachbarte Städte. Mit dem weltweit größten Wasserstraßenkreuz bei Hohenwarthe und der Trogbrücke des Mittellandkanals über die Elbe sowie deren viel befahrenem Radweg verfügt die Gemeinde Möser zudem über zwei überregional bedeutsame touristische Destinationen.

Informationstechnisch war man in der Gemarkung übrigens schon vor mehr als 150 Jahren up to date: Auf dem Kapaunberg bei Schermen stand Station Nummer 12 der preußisch optischen Telegraphen, die zwischen 1832 und 1849 staatliche oder militärische Depeschen und Befehle mittels optischer Signale über eine Entfernung von insgesamt 588 Kilometern übermittelten. Im normalen Depeschenverkehr brauchte ein einziges Zeichen zwischen der Hauptstadt Berlin und der damaligen preußischen Rheinprovinz Koblenz aber noch zwischen siebeneinhalb und 14 Minuten! Ende 2018 indes, so sieht es eine Zweckvereinbarung mit dem Landkreis vor, soll der flächendeckende Breitbandausbau im Jerichower Land abgeschlossen und dann auch jeder Privathaushalt in der Gemeinde Möser mit mindestens 50 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit versorgt sei.

Autor: Gudrun Oelze

Gemeinde Möser

Die Gemeinde Möser mit ihren sechs Ortschaften erstreckt sich über ein Gebiet von gut 80  Quadratkilometern, von denen ein Großteil zum Landschaftsschutzgebiet „Umflutehle-Külzauer Forst“ gehört. Mehr als 8.200 Menschen haben in der ländlich geprägten Gemeinde ihre Heimat gefunden. Das Verwaltungszentrum hat seinen Sitz in der Ortschaft Möser.