Großes Treffen von IT-Branche und Kommunen

82/83. Ausgabe, 4. Quartal 2021

Großes Treffen von IT-Branche und Kommunen

Fast 400 Interessenten besuchten am 13. Oktober den fünften KITU-TAG 2021. Der fand in der Mittellandhalle in Barleben vor den Toren von Magdeburg unter 2G-Bedingungen statt. Den weiträumigen Platz nutzend, konnten sich rund 40 Unternehmen vorstellen. Es war die bisher größte IT-Messe der KID, dem Kommunalen IT-Dienstleister Sachsen-Anhalts.

Die Mittelandhalle bot im großen Saal einen wahren Marktplatz mit Informationsständen von Technik- und Software-Anbietern. In vier separaten Bereichen fanden zudem im Halb-Stunden-Rhythmus Fachvorträge zu speziellen Themen wie IT-Lösungen für Verwaltungen und Schulen, Virtualisierung von Arbeitsplätzen, Straßenmanagement und Sicherheitsfragen statt. Daneben ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten für Fachgespräche.

Sich endlich nicht mehr nur digital zu treffen, sondern zum realen Austausch, das nutzten viele Interessenten aus ganz Sachsen-Anhalt. Von Arendsee bis Zeitz reisten Vertreter von Städten, Gemeinden und Unternehmen an, um sich über IT-Themen und Trends zur Digitalisierung zu informieren sowie über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Kommunalen IT-Union (KITU). „Hier versammelt sich eine digitale Familie, die das Digitale gemeinsam anpacken will, für eine digitale Zukunft“, freute sich KID-Geschäftsführer und KITU-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Wandersleb. Zu den Besuchern gehörten unter anderem Sachsen-Anhalts neue Europaabgeordnete Karolin Braunsberger-Reinhold und Bernd Schlömer, der vom Berliner Abgeordnetenhaus nach Magdeburg wechselte, wo er jetzt Staatssekretär im neuen Ministerium für Infrastruktur und Digitales wurde.  Am Tag zuvor zum CIO ernannt, war der Besuch der Technikmesse sein erster Amtsauftritt.

Dr. Michael Wandersleb eröffnete den 5. KITU-Tag. „Es ist alles wie auf einem richtigen Marktplatz. Viele Stände und freie Plätze, um sich zu treffen.“ Zahlreich kamen Besucher in die Mittellandhalle, um dabei zu sein.

Als Beauftragter für Informationstechnik liegt es ihm „am Herzen, schnell Formate zu finden für die strategische Steuerung der Digitalisierung im Bundesland“, erklärte er und sprach von immensen Herausforderungen, die gemeinsam angegangen werden müssen. Sachsen-Anhalt befinde sich bei der Digitalisierung zwar „erst am Anfang einer weitreichenden Entwicklung und Vernetzung aller Arbeits- und Lebensbereiche“, seine Hoffnung sei jedoch, dass in drei, vier Jahren entscheidende Lösungen auf den Weg gebracht werden können. Es gehe um nachhaltige technische Infrastrukturen ebenso wie Vertraulichkeit. Mit Blick auf das Onlinezugangsgesetz (OZG) müsse ein zuverlässiges Identitätsmanagement entwickelt werden, damit Bürger und Unternehmen die digitalen Angebote sicher nutzen können. Schlömer lobte in diesem Zusammenhang die Rechtsform der Genossenschaft. Außerdem kündigte er an, die Bundesregierung hinsichtlich der Finanzierung über das Jahr 2022 hinaus in die Pflicht zu nehmen. „Wenn Bundesgesetze auf den Weg gebracht werden, können die Kommunen und Gemeinden nicht mit der Finanzierung alleingelassen werden.“

Bernd Schlömer begrüßte die Gäste und Aussteller des KITU-Tages. Der Besuch der Technikmesse war seine erste Amtshandlung als CIO und Staatssekretär im neuen Ministerium für Infrastruktur und Digitales.

Dem großen Interesse an Informationen zum Onlinezugangsgesetz entsprechend drehte sich vieles am KITU-Tag um dieses Thema. Schließlich sollen alle öffentlichen Verwaltungen in Bund, Land und Kommune ihre Verwaltungsleistungen digitalisieren und online anbieten. Ein heißes Thema, das vielseitig Gesprächsstoff liefert. Viele Fragen zur Umsetzung gibt es in den Städten und Gemeinden, die mit unterschiedlichen Voraussetzungen letztlich doch dasselbe realisieren müssen. Der Gemeindesaal im Obergeschoss der Mittellandhalle wurde deshalb zur OZG-Lounge umgestaltet. Hier gab es mehrere Vorträge zum Thema und gleichzeitig die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch.

vl. Marcel Pessel, Bernd Schlömer und Dr. Michael Wandersleb am Stand des Digitalisierungszentrums Barleben

BiA