Hohenmölsen – eine Stadt voller Energie

Hohenmölsen – eine Stadt voller Energie

Dass vor amerikanischen Gerichten heute noch immer mit erhobener Hand geschworen wird, hat seinen Ursprung in Hohenmölsen. Dies behaupten laut Bürgermeister Andy Haugk findige Hohenmölsener, die sich dabei auf ein Ereignis vor beinahe tausend Jahren beziehen: das militärische Aufeinandertreffen von König Heinrich IV. und Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden im Jahre 1080. In diesem als „Schlacht von Hohenmölsen“ in die Geschichte eingegangenen Gefecht  wurde dem Schwabenkönig die rechte Hand - die so genannte Schwurhand - abgeschlagen. Sie hochhaltend, soll er im Sterben gesagt haben: „Seht, dies ist die Hand, mit der ich meinem König die Treue schwur“, erzählt Bürgermeister Haugk die Legende, nach der sich Hohenmölsen gern mit dem Beinamen „Schwurhand-Stadt“ schmückt.

Andy Haugk, Bürgermeister, Stadt Hohenmölsen

Gelegen im südlichen Teil Sachsen-Anhalts, wurde die Region aber schon tausende Jahre zuvor besiedelt. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass hier vor 7000 Jahren Pioniere der Landwirtschaft Äcker bzw. Gärten rund um Siedlungen anlegten und bereits durch bewusste Melioration die Böden entwässerten. Entwässerung ist nach wie vor ein Thema bei Hohenmölsen – im Tagebau Profen, wo eine hochmoderne Anlage bis zu 120 Kubikmeter Wasser – in jeder Minute – aus der Grube schöpft, aufbereitet und ableitet. So kann Bürgermeister Haugk weit mehr Historisches über Hohenmölsen als die Schwurhand-Story erzählen. Im Dreißigjährigen Krieg bis auf ein einziges Haus dem Erdboden gleichgemacht, wurde der Ort zuvor schon mehrfach von Bränden heimgesucht. „Doch allen verheerenden Ereignissen und Schicksalsschlägen konnte Hohenmölsen trotzen“, berichtet er und auch, dass der Ort bis 1830 nie mehr als 300 Einwohner zählte. Doch dann wurde die Braunkohle entdeckt. Kumpels aus dem Erzgebirge und dem Mansfelder Land kamen zuhauf in die neu erschlossenen Tagebaue. Zudem brauchten die Fabriken – die Gegend war zur Wiege der Montanindustrie geworden – Arbeiter und Ingenieure. Die Zahl der Einwohner Hohenmölsens vervielfachte sich. Bahnanschluss, elektrisches Licht, Versorgung mit Trinkwasser und ein Knappschaftskrankenhaus folgten. „Nicht zuletzt durch zahlreiche Umsiedlungen von Dörfern für die Tagebaue Profen wurde Hohenmölsen zum wichtigen sozialen Zentrum im Zeitz-Weisenfelser Braunkohlenrevier.“

Durch Eingemeindungen sowie Umsiedlung der Gemeinde Großgrimma vergrößerte sich in den 1990er Jahren die Fläche Hohenmölsens weiter. Heute leben in der Kernstadt und ihren Ortschaften rund 10.000 Einwohner. Als eine „Stadt voller Energie“ biete ihnen Hohenmölsen als attraktiver Wohnort inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland ein Mehr an Wohnen, Lernen und Erholen im ländlichen Umfeld, schwärmt das Stadtoberhaupt, das in Hohenmölsen dank zweier Grundschulen, einer Förderschule, des neu erbauten Agricola-Gymnasiums sowie einer hochmodernen Sekundarschule einen der wichtigsten Bildungsstandorte im Burgenlandkreis sieht.

Wie in den Schulen hält auch im Rathaus moderne IT-Technik Einzug. Die Stadt Hohenmölsen hat für die damit verbundenen Aufgaben und Herausforderungen einen kompetenten Partner gefunden – die Kommunale IT-UNION. „Über die KITU erhoffen wir uns zum einen Einspareffekte durch Rahmenverträge und eine Reduktion des Verwaltungsaufwandes bei Ausschreibungen“, sagt Bürgermeister Haugh. „Vor allem aber rechnen wir mit einer höheren Markttransparenz und einem effektiven Know-how Transfer.“

Gudrun Oelze

Hohenmölsen

Hohenmölsen erstreckt sich über eine Fläche von gut 75 km² im Osten des Burgenlandkreises und grenzt direkt an den Freistadt Sachsen. Das Stadtbild wird geprägt von drei Türmen: dem des Rathauses mit begehbarer Aussichtsplattform, dem der evangelischen Stadtkirche St. Peter, die als besonderes Prunkstück eine originale Ladegastorgel besitzt, sowie dem Wasserturm. Zur Stadt Hohenmölsen gehören die Ortschaften: • Webau, • Werschen, • Zembschen, • Granschütz, • Taucha mit ihren Ortsteilen sowie das von der Landkarte verschwundene • Großgrimma, das der Braunkohle weichen musste. Die Gemarkung Großgrimma wurde zum Baufeld Domsen im Tagebau Profen und nach der Auskohlung zum Naherholungsgebiet Domsener See.