82/83. Ausgabe, 4. Quartal 2021

Karolin Braunsberger-Reinhold, Europaabgeordnete für Sachsen-Anhalt

Erst eine knappe Woche war Sachsen-Anhalts neue Europaabgeordnete Karolin Braunsberger-Reinhold im Amt, als sie beim KITU-TAG in Barleben erste Kontakte in Sachen Verbesserung der digitalen Welt im Bundesland knüpfen konnte. Beim Rundgang mit Dr. Michael Wandersleb, Vorstandsvorsitzender der KITU-Genossenschaft, und Staatssekretär Bernd Schlömer aus dem Ministerium des Landes Sachsen-Anhalt für Infrastruktur und Digitales ergaben sich gleich mehrere Themen, zu denen sich Karolin Braunsberger-Reinhold im Anschluss sowohl mit der KITU als auch der Landesregierung verständigen wollte. Die bessere Vernetzung der Kommunen mit der Landesverwaltung, die Standardisierung bestimmter digitaler Verwaltungsverfahren zur einfacheren Kommunikation der Behörden untereinander und der Abbau von Bürokratie waren darunter. „Ich freue mich, dass ich hier gleich ein so wichtiges Thema in Angriff nehmen kann“, sagt Karolin Braunsberger-Reinhold. In der Barleber Mittellandhalle war sie übrigens auf bekanntem Parkett – bis zu ihrem Start als Europaabgeordnete leitete sie dort das Büro des Barleber Bürgermeisters Frank Nase.

Steffi Trittel, Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde, Landkreis Börde

In Sachen Digitalisierung ist die Gemeinde Hohe Börde gut aufgestellt. In den Lockdowns während der Coronapandemie hielt Bürgermeisterin Steffi Trittel ihre Sprechstunden weiter ab – über Videokonferenzen, zu denen sich Bürger mit Fragen dazuschalten konnten. Auch die Kita-Leiterinnen in der Gemeinde standen besorgten Eltern in dieser Zeit per Videotelefonie zur Verfügung. „Aber das reicht natürlich nicht, um auch die gesamte Verwaltung ins 21. Jahrhundert mitzunehmen“, sagte Trittel am Rande des KITU-Tages. An den Ständen informierte sie sich zum Beispiel über Möglichkeiten in Sachen E-Payment. „Da müssen wir noch mehr Service bieten, dass man auch ohne Bargeld in der Verwaltung bezahlen kann. Wir müssen als Verwaltung allerdings bei aller Digitalisierung schon für alle erreichbar und barrierefrei nutzbar bleiben“, erklärte sie weiter. Sie war auch nicht allein gekommen, sondern hatte gleich noch weitere Vertreter ihrer Gemeinde mitgebracht.

Andreas Brohm, Bürgermeister Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte

„Es war sehr gut, sich in Gemeinschaft wiederzutreffen, als Vertreter von Kommunen und der IT-Welt. Es hat sich aber auch gezeigt, dass noch viel zu tun ist und woran wir noch arbeiten müssen im Land. Dessen Stand ist ziemlich enttäuschend, und auch in den Vorträgen wie zum OZG fehlte Konkretes.“

Sven Fricke, Unternehmerbüro Barleben, Wirtschaftsförderung

Sven Fricke aus dem Unternehmerbüro Barleben und zuständig für die Wirtschaftsförderung in der Kommune freut sich, dass „eine so bedeutende IT-Messe wie der KITU-TAG in Barleben stattgefunden hat. Diese Veranstaltung sucht ja nicht nur innerhalb Sachsen-Anhalts ihresgleichen.“ Die Trends der Digitalisierung für Kommunen und Unternehmen konnte er sich so ohne lange Wege ansehen. „Die Digitalisierung ist ja ein Thema, das uns nicht wieder loslassen wird. Sie beschäftigt Unternehmen und Kommunen gleichermaßen, wenn auch sicher in verschiedenen Bereichen“, sagt er. Die Coronapandemie habe sicherlich den Prozess der Verlagerung von kommunalen Dienstleistungen ins Digitale beschleunigt. Man sei ja regelrecht gezwungen gewesen, neue Wege zu finden und die Digitalisierung schneller umzusetzen, als das ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. „Ich fand es auch hochinteressant, dass eben nicht nur Fachpublikum mit den Themen etwas anfangen konnte, sondern, dass jeder und jede Interessierte den Themen folgen konnte“, nennt er noch einen positiven Aspekt des KITU-TAGES in der Barleber Mittellandhalle. Für „seine“ Gemeinde hat er ebenfalls einige Themen entdeckt, zu denen sich auf der Messe möglicherweise Lösungen andeuteten. „Wir haben schon einige Verwaltungsprozesse im Digitalen eingeführt, aber wie fast immer gilt: Da geht noch mehr. Und auch die IT-Infrastruktur ist ein Thema, das immer aktuell bleiben wird, weil die Technologie immer weiter voranschreiten wird. Besonders spannend fand ich auch das digitale Lernen für Schulen, da müssen wir als Schulträger natürlich auch im Bilde sein“, nennt er mehrere Themen, die er mitgenommen hat.

Tobias Krull, CDU-Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt und OB-Kandidat seiner Partei für Magdeburg,

informierte sich u.a. über das OZG „Der KITU-TAG bietet eine gute Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung zu informieren“, betont er. Digitalisierung sei zwar kein Allheilmittel, „aber sie kann zweifelsohne einen riesigen Beitrag zur Bürgerfreundlichkeit und einen effektiven und effizienten Anteil an der Arbeit der Verwaltung leisten“.

Marco Hauffe (l.), Bereichsleiter Anwendungen KID, im Gespräch mit Axel Kleefeldt, Stellvertreter des Oberbürgermeisters in Stendal und amtierender Aufsichtsratsvorsitzender der KITU.

Die Hansestadt ist bereits seit 2011 Mitglied der IT-Genossenschaft. „Es ist mir immer ein Anliegen, mich auf dem aktuellen Stand zu halten. Der KITU-TAG bietet eine wunderbare Möglichkeit dazu. Es freut mich, dass er wieder stattfinden konnte.“

Bernward Küper, Städte- und Gemeindebund-Sachsen-Anhalt:

„Es hat mich überrascht, wie viele Besucher zum KITU-TAG kamen und auch die große Anzahl der Aussteller. Das ergab ein Gefühl von Aufbruchstimmung. Und wir müssen auch vorangehen! Dieser Tag war wie eine Initialzündung. Es wurden gute Signale gesetzt wie bei der Kooperation mit Dataport. Digitalisierung kann man schlecht vorantreiben, wenn Kommune und Land nicht zusammenarbeiten  und es braucht potezielle Dienstleister.“

Karl-Heinz Klappoth, Karikaturist, Niederndodeleben

Für den Karikaturisten Karl-Heinz Klappoth war der KITU-TAG in Barleben eine willkommene Gelegenheit, zahlreiche bekannte Gesichter wiederzusehen. In seiner Tätigkeit als Journalist hatte er hatte er vor seinem Ruhestand bereits viele der Teilnehmer der IT-Messe bereits getroffen, nun widmet er sich ganz seiner Leidenschaft mit den Zeichenstiften. Er porträtierte die Besucher auf Wunsch und hatte für jeden ein herzliches Wort. „Ich freue mich, dass ich so viele der Teilnehmer hier kenne, da macht das Zeichnen richtig Spaß. Und die vielen Ideen rund um Technologie und Verwaltung sind irre spannend“, sagt er.

Katrin Lindau und Luisa Czerwinski, Schulleiterin und stellvertretende Schulleiterin der Dahlenwarsleber Grundschule „Astrid Lindgren“

Die Schulleitung aus der Dahlenwarsleber Grundschule „Astrid Lindgren“ war gleich zu zweit zum KITU-TAG aus dem unweit gelegenen Dahlenwarsleben nach Barleben gekommen. Schulleiterin Katrin Lindau und ihre Stellvertreterin Luisa Czerwinski informierten sich wie ihre Barleber Kollegin bei Prowise über die digitalen Tafeln, mit denen sie ihre Schülerinnen und Schüler in Zukunft auch weiterhin unterrichten wollen. „Wir haben sie schon seit einiger Zeit erfolgreich in Benutzung und sind damit sehr zufrieden. Jetzt schauen wir mal, was wir in Sachen Schulmanagement hier noch in Erfahrung bringen können“, sagt Katrin Lindau. Auch einige Fragen zu Bestellvorgängen wollten die beiden am Stand der KITU noch klären. In Sachen Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln haben die beiden genau wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Dahlenwarsleben aber schon gute Erfahrungen sammeln können. „Wir haben in den Lockdowns mit ein wenig Hilfe schnell unsere eigene Moodle-Umgebung aufgebaut, mit der nicht nur wir, sondern auch die Familien gut arbeiten konnten. Unsere Apple-Geräte haben wir in der Notbetreuung eingesetzt, so dass jedes Kind ordentlich seine Aufgaben erledigen konnte“, erzählt Luisa Czerwinski. Ein Wermutstropfen war bisher der Internetanschluss der Schule, der kaum zukunftsfähig war. Katrin Lindau weiß aber: „Der Anschluss wird demnächst besser, wir haben Glasfaser gelegt bekommen.“

Fabian Stankewitz, Bürgermeister Westliche Börde:

„Als noch nicht KITU-Mitglied habe ich mich über die Einladung sehr gefreut. Gern wollte ich mich auf den aktuellen Stand in Sachen OZG bringen und die eingesetzten Verfahren am Markt überblicken. Auch ist mir das Thema Digitalisierung der Schulen sehr wichtig. Besonders der Vortrag über ,Technologien für den Bildungsbereich – ein nachhaltiges Angebot für Schulen und Schulträger‘ konnte mir dazu neue Perspektiven vermitteln.“

Frank Nase, Bürgermeister der Gemeinde Barleben, Landkreis Börde

Die Gemeinde Barleben war mit einem eigenen Stand ihres Digitalisierungszentrums vertreten, an dem unter anderem Annette Schreiber und Birgit Hagemann auch dem Staatssekretär gern Auskunft gaben zu ihrer Arbeit im Digitalisierungszentrum sowie den Projekten, an denen die Gemeinde Barleben im digitalen Sektor derzeit arbeitet.  Auch Gemeindebürgermeister Frank Nase schaute am späten Nachmittag noch bei der Messe in der Mittellandhalle vorbei, er war vorher bei einer anderen Veranstaltung in Hamburg gewesen. „Wir machen ja schon einiges digital, wie die Terminvergabe, dazu führen wir gerade die Kita-Software ein. Unsere Drucktechnik bestellt sich selbständig ihre Kartuschen nach. Aber fertig sind wir natürlich nicht, da müssen wir uns schon auch noch ein wenig strecken“, sagte er am Rande der Veranstaltung.