2. Ausgabe 2024 | Nr. 94
Zwischen Digitalisierung und reicher Geschichte
KITU-Mitglied vorgestellt: Gemeinde Südharz
Der Südharz erhält sein Gepräge durch eine besondere Landschaft und eine vielfältige Geschichte. Karstlandschaften mit steilen Berghängen und dichten Buchenwäldern bilden die Kulisse für die ganze Region. Auf engem Raum finden sich historische Zeugnisse aus unterschiedlichen Epochen. So steht die Wiege des niederländischen Königshauses Oranien-Nassau in Stolberg (Harz). Im dortigen Schloss wurde die Ahnfrau des niederländischen Königshauses, Juliana von Stolberg und Wernigerode, geboren. Auch der Reformator Thomas Müntzer erblickte im Ort das Licht der Welt und Martin Luther war einst zu Gast. Völlig zu Recht erhielt die malerische Stadt als erste den Titel „Historische Europastadt“.
Der Südharz erhält sein Gepräge durch eine besondere Landschaft und eine vielfältige Geschichte. Karstlandschaften mit steilen Berghängen und dichten Buchenwäldern bilden die Kulisse für die ganze Region. Auf engem Raum finden sich historische Zeugnisse aus unterschiedlichen Epochen. So steht die Wiege des niederländischen Königshauses Oranien-Nassau in Stolberg (Harz). Im dortigen Schloss wurde die Ahnfrau des niederländischen Königshauses, Juliana von Stolberg und Wernigerode, geboren. Auch der Reformator Thomas Müntzer erblickte im Ort das Licht der Welt und Martin Luther war einst zu Gast. Völlig zu Recht erhielt die malerische Stadt als erste den Titel „Historische Europastadt“.
18 der mehr als 400 Fachwerkhäuser wurden vor 1530 gebaut. Sie standen schon, als 1525 Martin Luther einen Berg vor Stolberg bestieg. Das Bild des in einem Tal gelegenen Ortes mit Schloss und Kirche, das sich ihm bot, ähnelte vermutlich dem Aussehen in der heutigen Zeit und lässt Raum für eine phantasievolle Deutung. Der Chronist notierte damals: „Als anno 1525 freitags nach Ostern Dr. Martin Luther Stolberg besuchte und mit seinem Freunde Reiffenstein auf diesen Berg spazierte, verglich Er die Stadt Stolberg gar füglich einem Vogel. Das Schloss meinte Er, wäre der Kopf, der Markt der Rumpf die beiden Gassen die Flügel, die Niedergasse der Schwanz.“
„Heute bilden insgesamt 17 Orte unsere 2010 gegründete Gemeinde“, berichtet Bürgermeister Peter Kohl. In ihr leben etwa 9.000 Einwohner. Sie gehört zum Landkreis Mansfeld-Südharz im Südwesten von Sachsen-Anhalt und grenzt unmittelbar an das Bundesland Thüringen, ergänzt er. Eine Reihe historischer Bauten und Sachzeugnisse zeugen dort von der Geschichte des Landstrichs. Dazu gehören der drei Meter hohe hölzerne Roland von Questenberg, die spätgotische St.-Marien-und-Anna-Kirche in Dittichenrode und das Schloss Roßla.
Ein bedeutender Standortfaktor ist die Gewinnung von Rohstoffen und die Holzindustrie. Die Gemeinde setzt auf nachhaltigen Tourismus und Projekte zur Strukturentwicklung. Die Bestandspflege nennt der Bürgermeister eine primäre Aufgabe der kommunalen Wirtschaftsförderung. Ein Ziel sei es, dass bestehende Unternehmen in der Kommune bleiben. Zudem gebe es viel Platz für Neuansiedlungen gewerblicher Art. Wichtige Aufgaben sind in diesem Zusammenhang unter anderem die Beseitigung oder Milderung von Innovationshemmnissen sowie die Unterstützung bei Umstrukturierungen oder Betriebsnachfolgen.
IT-Prozesse spielen eine zunehmende Rolle in der Verwaltung. Gerade bei der Digitalisierung der Grundschulen kann die Gemeinde als Mitglied der KITU deutlich schneller als bislang die notwendigen Beschaffungen durchführen. Vor allem im Hinblick auf den Einsatz von Fördermitteln ist das unverzichtbar, erläutert Peter Kohl.
Als erstes profitierten die Schulen von den einfachen Beschaffungsmöglichkeiten über die KITU. In den Grundschulen konnten unter anderem sieben Videokonferenzsysteme, die auch als digitale Tafeln dienen, beschafft werden. Diese Technik war für die Gemeinde durch die ausgereichten Fördermittel quasi kostenneutral. Im Rahmen einer Schulung erhielten die Lehrer eine Einweisung in diese modernen Unterrichtsmittel und zeigten sich von den neuen Möglichkeiten begeistert.
Künftig sollen zudem in der Verwaltung verschiedene Projekte auf dem Weg zum digitalen Rathaus eine Umsetzung erfahren. Mit der schnellen und kostengünstigen Beschaffung lassen sich die vorhandenen Mittel effektiv einsetzen. Das trägt zu einem stabilen Gemeindehaushalt bei. Zu den interessanten IT-Vorhaben in der kommenden Zeit gehört die Beschaffung von mehreren Multifunktionsgeräten, welche zum Drucken, Kopieren und natürlich auch zum Scannen zur Verfügung stehen. „Auch das sehen wir als Schritt zur Digitalisierung unserer Verwaltungsprozesse“, bringt es der Bürgermeister auf den Punkt. Ein weiteres Projekt ist die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems. Zudem sollen die Gemeinderäte künftig auf ihre Sitzungsunterlagen digital zugreifen können. Das helfe Geld und wertvolle Zeit zu sparen. Die Voraussetzungen dazu wurden auch mit Unterstützung der KITU geschaffen.
Klaus-Peter Voigt


