4. Ausgabe 2023 | Nr. 91

Uni nutzt Kontakte und Know-how

KITU-Mitglied vorgestellt: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist mit neun Fakultäten, 12.490 Studierenden und 3.238 Beschäftigten eine mittelgroße Universität und Mitglied der Kommunalen IT-Union eg (KITU). „Wir sind stolz darauf, dass wir im Vergleich mit anderen gleichgroßen Hochschulen einen hohen Digitalisierungsgrad in der Verwaltung haben. Natürlich könnten wir weiter sein, wenn wir mehr Geld und mehr Fachkräfte hätten, aber man darf nicht vergessen, dass Digitalisierung auch immer eine Veränderung von Prozessen und Abläufen ist“, sagt die amtierende Kanzlerin Angela Matthies. Das bedeutet, dass die Beschäftigten mitgenommen werden müssen, damit sie die zeitweise Doppelbelastung, die mit der Einführung neuer digitaler Abläufe zwangsweise verbunden ist, auch mittragen. Sie argumentiert: „Das ist auch ein Grund, warum wir oft digitale Projekte nicht so schnell einführen, wie wir es vielleicht wollten, weil wir viel Mühe darauf verwenden, Schulungen anzubieten und Begleitworkshops zu organisieren.“


Angela Matthies, Amtierende Kanzlerin Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Die Uni hat einen relativ geschlossenen Campus. Das bedeutet kurze Wege. Nicht nur zur Bibliothek und in die Mensa, sondern auch innerhalb der Strukturen. „Wir pflegen den direkten Austausch und in allen Hierarchieebenen stehen unsere Kolleginnen und Kollegen für Rückfragen unmittelbar zur Verfügung. Aktuell arbeiten wir die Unterstützungsleistungen für Studierende und Beschäftigte weiter aus, so dass Probleme noch schneller sichtbar und bearbeitet werden können. Wir legen großen Wert auf das Wir-Gefühl. Unsere Studierenden finden hier den direkten und persönlichen Kontakt zu den Professorinnen und Professoren“, zählt Matthies die Vorzüge der Universität auf. Die Hochschule bietet mit ihrem Studienprogramm, das 49 Bachelor- und 59 Masterstudiengänge – darunter auch englischsprachige und duale Studienmöglichkeiten sowie Humanmedizin (Staatsexamen) – beinhaltet, ein breit aufgestelltes Angebot, mit dem die Absolventinnen und Absolventen hervorragend ausgebildet werden und für den Arbeitsmarkt attraktiv sind. Der neue Slogan, der die Aktivitäten aktuell leitet, heißt „Zusammen die Welt neu denken“. Dahinter steckt eine ganze Philosophie für ein zukunftsgewandtes Miteinander.

Uni-Campus Universitätsplatz vor der Uni-Bibliothek

Angela Matthies ist gern in ihrem Amt als amtierende Kanzlerin: „Ich bin Magdeburgerin, so dass die Universität Magdeburg für mich immer präsent war. Wenn ich auch an einer anderen Universität studiert habe, war Ende der 80er Jahre dennoch die Universität Magdeburg ein attraktiver Ort, um ins Arbeitsleben zu starten. Schon damals haben mir die flachen Hierarchien gefallen und der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen. Die Universität Magdeburg ist zwar Teil des Öffentlichen Dienstes, aber hier konnte man, gerade in den Zeiten des Umbruchs in den 90er Jahren, viel ausprobieren und selbst gestalten.“ Das beflügelt sie auch jetzt als amtierende Kanzlerin. „Ich persönlich fand es immer spannend, an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Verwaltung zu agieren und die Frage der Wissenschaft: ‚Warum eigentlich nicht?‘ in die Verwaltung zu transferieren. Natürlich sind auch wir an Recht und Gesetz gebunden, aber es ist immer noch eine Frage des Ermessens, wie man das umsetzt“, ergänzt sie.
Der Grund für den Eintritt in die KITU war der Abschluss des Rahmenvertrages der Druckerinfrastruktur. „Durch Rahmenverträge lassen sich Beschaffungsprozesse effektiver gestalten“, weiß Angela Matthies. „Nach und nach erweitern immer mehr Hochschulen den Teilnehmerkreis und die KITU öffnet sich durch die Strategieforen dahingehend, dass man dort Wünsche und Bedarfe anbringen kann. Die Hochschulen fungieren hier auch als strategische Verstärkung für Kommunen, um mit IT-Dienstleistern bessere Konditionen verhandeln zu können. Momentan können wir nur auf einen relativ begrenzten Katalog von Softwarelösungen zurückgreifen, wenn wir einen Bedarf haben“, sagt sie. Dieser Katalog wird aber stetig erweitert, jetzt auch mit dem Input der teilnehmenden Hochschulen. Sie hat auch gleich noch eine Anregung parat: „Wir wünschen uns einen Veranstaltungstag mit den Hochschulen adäquat der Veranstaltung mit den Kommunen. Zudem wünschen wir uns einen besseren Austausch zwischen den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dazu gehört der Ausbau des schon recht guten Portals, damit man sich dort bei ‚Gleichgesinnten‘ direkt melden kann. Wir erwarten, dass durch die Erhöhung der hochschulspezifischen Nutzerinnen und Nutzern der Ausbau des Produktportfolios mit speziellem Fokus auf das Hochschulumfeld vorangetrieben wird.“

Ariane Amann