4. Ausgabe 2024 | Nr. 95

Leuchtturm bei der Digitalisierung von Schulen

KITU-Mitglied vorgestellt: Stadt Möckern

Doreen Krüger, Bürgermeisterin der Stadt Möckern, hat sich ein ganz klares Ziel gegeben: die E-Akte für die gesamte Verwaltung einzuführen. Um den langen Weg bis dahin zu vereinfachen, ist die Stadt Möckern seit Februar 2024 Mitglied der Kommunalen IT-UNION eG (KITU). „Es kam für uns nur die KITU in Frage, weil viele Kommunen und das Land Sachsen-Anhalt bereits Mitglied sind. Es war schnell klar: Dort sind wir am besten aufgehoben“, sagt Krüger.
Die größte Herausforderung der Stadt Möckern: ihre Fläche von fast 527 Quadratkilometern, die sie zur viertgrößten Stadt Deutschlands hinter Berlin, Hamburg und Gardelegen macht. „Wir haben 27 Ortschaften und 50 Ortsteile. Es ist für mich als Bürgermeisterin spannend, alle Orte zusammenzuhalten“, sagt Krüger.

Doreen Krüger, Bürgermeisterin Stadt Möckern

Die Vielfalt der Ortschaften, die alle sehr unterschiedlich seien, ist eine Besonderheit der Stadt, erklärt die Bürgermeisterin nicht ohne Stolz. Über die Stadtgrenze bekannt ist Loburg mit dem Rittergut Barby und dem dortigen Karls Erlebnis-Dorf sowie dem Storchenhof, der international Renommee genießt. In Magdeburgerforth hat sich der Verein „Kleinbahn des Kreises Jerichow I“ zur Aufgabe gemacht, ein Teil der stillgelegten Bahnstrecke sowie eine alte Dampflok wieder aufzubauen.
„Es ist an jedem Wochenende im Jahr etwas los in der Gemeinde: von Pferdewochen über Konzerte bis hin zu zahlreichen Festen. Auch viele Besucherinnen und Besucher kommen von auswärts zu uns. Wir unterhalten im Sommer noch drei Freibäder in Lübars, Möckern und Ziepel. Die Besucherinnen und Besucher kommen nicht nur aus Möckern, sondern auch aus Gommern, Möser und sogar aus Magdeburg“, berichtet Krüger.
In den Geschichtsbüchern ist die Schlacht um Möckern im Jahr 1813 nachzulesen, die erste Niederlage für Napoleons Truppen während der Befreiungskriege zwischen Frankreich und der Koalition aus Preußen und Russland. Ein Denkmal im Stadtkern von Möckern erinnert daran, in der Heimatstube im Schloss zeigt eine Ausstellung eine Nachstellung der Schlacht. Auch der Schlosspark, der von Kanälen umsäumt ist, ist einen Besuch wert.

Rathaus Stadt Möckern

Doreen Krüger hat ihr Büro im Rathaus in Möckern, das im Jahr 1895 auf dem Marktplatz errichtet wurde. Vor dem Gebäude thront die Stadtgöttin, eine Skulptur vom Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel, sowie die Stadtblume, eine Art Wappenbaum. Doch anstatt Wappen sind dort alle Namen der 27 Ortschaften zu sehen. 200 Mitarbeitende, darunter 50 in der Kernverwaltung, arbeiten in den Diensten der 13 000 Einwohnerinnen und Einwohner. „Die E-Akte wird die Arbeit der Verwaltungsmitarbeitenden erleichtern. Sie werden dann die gesparte Zeit für etwas anderes Wichtiges nutzen können“, so Krüger.
Einige Projekte auf dem Weg dahin hat die Stadt bereits ins Auge gefasst. So soll das Kassenprogramm der Stadtverwaltung umgestellt werden. Da über 50 Module und Fachverfahren damit zusammenhängen, soll es frühestens 2027 umgestellt werden. „Größere Projekte sind für uns als Flächengemeinde nur mit der KITU machbar, weil sie die Erfahrungswerte über ihre Mitglieder mitbringt.“ An der KITU schätzen sie und ihre Mitarbeitenden vor allem den großen Erfahrungsaustausch und die zahlreichen angebotenen Veranstaltungen.
Bei der Digitalisierung von Schulen ist die Stadt Möckern bereits Vorreiter und ein Leuchtturm in Sachsen-Anhalt. So sind alle vier Grundschulen in kommunaler Trägerschaft vollständig digitalisiert, von den digitalen Tafeln bis zu Tablets für alle Schülerinnen und Schüler. „Über die KITU können wir unsere Erfahrungen an andere Kommunen weitergeben“, freut sich Krüger.
Perspektivisch sieht sie viel Potential für die digitale Schülerakte. „Die Voraussetzungen sind in unseren Schulen bereits vorhanden. Wir können uns gut vorstellen, die E-Akte dort als Pilotprojekt einzuführen.“

Klaus-Peter Voigt