2. Ausgabe 2024 | Nr. 93

Park der Technologie im Park der Landschaft

KITU-Mitglied vorgestellt: Zweckverband Technologiepark Ostfalen

Landschaft und moderne Technologie sind vor den Toren Magdeburgs eine Symbiose eingegangen. Beides schließt einander keinesfalls aus, beweist das innovative Projekt augenfällig. Bereits 1991 wurde es aus der Taufe gehoben. Der Technologiepark Ostfalen (TPO) hat sich inzwischen zu einem gefragten Standort für Forschung, Fertigung und Vertrieb gemausert. Der Erfolg überzeugt. Insgesamt nutzen gegenwärtig mehr als 170 Unternehmen die idealen Standortbedingungen. Mehr als 5.200 Arbeitsplätze entstanden bis in die Gegenwart.

Sebastian Mitreiter, Verbandsgeschäftsführer Zweckverband Technologiepark Ostfalen

Vor allem die unmittelbare Anbindung an die beiden Autobahnen A2 und A14 sorgen für logistische Vorteile. Nur etwa 60 Minuten sind es nach Berlin, Hannover oder Leipzig. Dazu kommen attraktive Bodenpreise und auch kurze Verwaltungswege und fehlende Altlasten sprechen für sich. Die Gemeinden Barleben und Niedere Börde sowie die Stadt Wolmirstedt und der Landkreis Börde bilden gemeinsam den Zweckverband Technologiepark Ostfalen. „Dessen Gebiet umfasst 275 Hektar, die perspektivisch bei einem entsprechenden Bedarf auf 900 Hektar erweiterbar sind“, berichtet Geschäftsführer Sebastian Mitreiter. Die mit der Erarbeitung des Bebauungsplans für den TPO auszuweisenden ökologischen Ausgleichsflächen wurden in dessen Konzept eingebunden: 90 Hektar Grünflächen der großzügig angelegten Parkanlagen. Mit dem NABU in Barleben gibt es von Anfang an eine konstruktive Zusammenarbeit. Dessen Mitglieder betreuen einen Teil dieses Areals über Pflegeverträge. Es hat sich zum Ausflugsgebiet für die Menschen der umliegenden Gemeinden und als Ruheoase für die Beschäftigten der Unternehmen sowie Einrichtungen entwickelt. Dort ist es auch keinesfalls ungewöhnlich, meterlange Hecken vorzufinden. Sie bieten Tieren wie Insekten und Vögeln einen Lebensraum mit Nahrung und Unterschlupf. In dem Gewässer haben sogar vier Biberfamilien eine Heimat gefunden.
Der Zweckverband Technologiepark Ostfalen begleitet Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit vielfältigen Serviceangeboten. Das beginnt bei den ersten Schritten einer Ansiedlung, umfasst ein schnelles Reagieren auf individuelle Wünsche und endet bei der Schaffung einer optimalen, nachhaltigen Infrastruktur. Die Vorbereitung und Erstellung von Bauleitplänen, der Erwerb von Grundstücken, Erschließungsmaßnahmen und die Entwicklung von eigenen Gebäuden gehören zu den wesentlichen Aufgaben des Zweckverbands. „Bei diesem breiten Spektrum profitieren wir auch seit knapp zwei Jahren von unserer Mitgliedschaft in der KITU. So konnten wir eine Software für das bereichs- und abteilungsübergreifende Management von Liegenschaften, Gebäuden oder Verträgen erwerben, die unsere Arbeit effizienter gestaltet“, erklärt Sebastian Mitreiter.

Zentrum für Elektromobilität und Energieeffizienz im TPO

Als ein Beispiel für eine gelungene Ansiedlung steht das Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg (IGZ). Es war 1991 der erste Investor im TPO, um Existenzgründer, wissenschaftliche Einrichtungen und mittelständische Unternehmen mit ihren Produktideen zur Marktreife zu führen. Allein im IGZ arbeiten heute 90 Unternehmen mit etwa 480 Mitarbeitern. HORIBA Fuelcon investierte in einen Erweiterungsbau für Anlagen- und Prüftechnik rund 30 Millionen Euro. Es entstanden 250 neue Arbeitsplätze. 1.800 Menschen sollen bei einem der jüngsten Investoren „HelloFresh“, der sein Werk in Barleben im Juni 2023 eröffnete, künftig in Lohn und Brot stehen. Die Otto-von-Guericke Universität und der Forschungs- und Transferschwerpunkt Automotive errichteten ein Center for Method Development (CMD), dessen Investitionssumme bei rund 31 Millionen Euro lag. Mit ihm soll Sachsen-Anhalt als führender Forschungs- und Produktionsstandort für Energieträger, Antriebstechnologien sowie intelligente Verkehrs- und Logistiksysteme von morgen etabliert werden. Bis zu 50 Ingenieure verschiedener Fakultäten entwickeln dort über Fächergrenzen hinweg neue virtuelle Methoden und Verfahren für die nachhaltige Mobilität der Zukunft. Auch das Landeskriminalamt plant seinen Neubau im Technologiepark Ostfalen.  

Blick auf den Technologiepark Ostfalen

Klaus-Peter Voigt