Leuna – grüne Idylle am  modernen Industriestandort

Leuna – grüne Idylle am modernen Industriestandort

Wo sich heute Europas größte Gartenstadt befindet, war vor gut hundert Jahren nicht mehr als Wald und Flur. Heute eine denkmalgeschützte Siedlung an der Saale, bildet Leuna das Kerngebiet der gleichnamigen Stadt, die sich seit der letzten Gebietsreform über eine Fläche von 87 Quadratkilometern erstreckt und in zehn weiteren Ortschaften inmitten idyllischer Auelandschaften, lang gehegtem Kulturgut und sportlichen Traditionen Heimat für rund 14.000 Menschen ist.

Dr. Dietlind Hagenau, Bürgermeisterin, Stadt Leuna

Ist aber von Leuna die Rede, denken die meisten immer noch zunächst an Chemie. Und tatsächlich – die historische Gartenstadt Leuna hat ihre Entstehung einer Ansiedlung der Badische Anilin- und Soda-Fabrik Ludwigshafen, BASF, zu verdanken. Diese suchte mitten im Ersten Weltkrieg nach einem geeigneten Standort für  ein Werk, das die Sprengstoffproduktion des Reiches sichern sollte. Fündig wurde der Chemiegigant auf Ackerland bei Merseburg, wo ab 1916 „mit märchenhafter Geschwindigkeit ein Werk mit riesigen Ausmaßen aus dem Boden“ wuchs. So beschreiben Augenzeugen Baumaßnahmen, die binnen eines Jahres einen selbst für heutige Maßstäbe riesigen chemischen Großbetrieb entstehen ließen. Nur zwölf Monate nach dem ersten Spatenstich im Mai 1916 verließ der erste Kesselwagen das in Rekordzeit aus dem Boden gestampfte neue BASF-Ammoniakwerk – die späteren Leuna-Werken.

Für die Erbauer und die künftigen Beschäftigten sowie deren Familien wurde auf BASF-Reißbrettern eine Werkssiedlung entworfen. Zwischen 1917 und 1927 entstanden auf einem rund einen Quadratkilometer großen Areal an die tausend Gebäude – für Arbeiter, Angestellte, Meister und Akademiker, vom Einzel-, über Reihen- und Doppelhäuser bis zu Direktorenvillen – zusammen eine Gartenstadt bildend, die sich noch ein Jahrhundert später als architektonisches Kleinod präsentiert und heute das größte Flächendenkmal im Saalekreis ist. In Leuna – namensgebend für die Stadt war ein ehemaliges Dorf, auf dessen Gebiet sich die sogenannte Handwerkersiedlung befindet – wird die Gartenstadt ihrem Namen gerecht: eine „Grüne Oase“ in direkter Nachbarschaft zu einem nach wie vor gewaltigen Industriestandort, der sein Schmuddel-Image als Dreckschleuder längst abgelegt hat. Hochmodern sind die Anlagen auf dem 1.300 Hektar großen Areal des Chemiestandortes, an dem über 10.000 Menschen tätig sind. Modern und zeitgemäß ist ein Anspruch, dem auch die Stadt Leuna gerecht werden will. In Zeiten der Digitalisierung sind auch im kommunalen Bereich schlanke, effiziente sowie bürger- und unternehmensnahe Verwaltungsabläufe nicht ohne den Einsatz modernster Technologien zu erreichen, weiß Bürgermeisterin Dr. Dietlind Hagenau. „Wir haben uns bewusst für die Mitgliedschaft in der KITU entschieden, um den Anforderungen an eine effiziente und bürgerfreundliche Verwaltung gerecht werden zu können. Nur  so können wir als kleine Kommune gewährleisten, digital am Puls der Zeit zu bleiben. Die rasanten Veränderungen im Bereich der Software und der Hardware sowie die stets steigenden gesetzlichen Anforderungen erfordern ein umfangreiches Spezialwissen, dass von einer Kommune allein auf diesem Niveau nicht vorgehalten werden kann“, sagt sie.

Michael Leonhardt, Leunas Fachbereichsleiter Finanzen, ergänzt: „Neben der Rechtssicherheit bei der Beschaffung und den parallel erzielten Preisvorteilen schätzen wir besonders die enorm hohe Beratungs- und Betreuungsqualität durch die Mitarbeiter in der KID Magdeburg GmbH.“ Ohne deren Engagement und hohe Fachkompetenz wäre der zum 01.01.2018 erfolgte Umstieg der Buchhaltungssoftware in der Kürze der Zeit nicht realisierbar gewesen und hätte sowohl für die Mitarbeiter in der Verwaltung als auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Leuna viel mehr Probleme mit sich gebracht. „Wir sind froh, den Schritt zur KITU und zur KID gegangen zu sein. So können wir aus deren gebündeltem Knowhow und Service die Elemente für unsere Verwaltung heraussuchen, die den größtmöglichen Nutzen für unsere Bürger und Mitarbeiter bieten. Dafür an dieser Stelle unseren herzlichen Dank.“

Gudrun Oelze

Leuna

Mit ihrem Plastik-Park verfügt die Stadt Leuna über ein besonderes Zeugnis bildender Kunst der DDR aus den 1950er und 1960er Jahren. Dort, wo einst etwa zeitgleich zur Gartenstadt die Saaleparkanlage entstand, wählten 1962 die Kommune und die damalige Staatliche Galerie Moritzburg Halle die Grünanlage zur Präsentation von Plastiken aus dem Museumsbestand unter freiem Himmel. Seither bietet dieses Museum im Grünen einen repräsentativen Einblick in die einstige Bildhauerkunst der DDR. Nach wie kann der Plastik-Park von Leuna mit seinen 31 Skulpturen besucht werden, besteht er weiter als historisches Denkmal, als gestalteter Naturraum und als Ort kultureller Erinnerung.