81. Ausgabe, 2. Quartal 2021

Neu in der KITU: Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra

Digitale Zukunft zwischen Geschichte und Kultur

Umgeben von Wäldern, Wiesen und Feldern schlängelt sich die Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra entlang des äußeren Harzgebietes. Doch allein damit ist die Berg-und-Tal-Landschaft nicht zu erklären. Kupferschieferbergbau und Kupferrohrhütte prägten in den vergangenen Jahrhunderten die Region. Dazu gehören die „Lutherhalden“, wo einst der Vater von Martin Luther Erz gewann, und unweit davon predigte später der berühmte Sohn und Reformator. Burgen und Klöster sind hier zu finden, und der Prämonstratenserorden hinterließ seine Spuren. Berühmt ist die Region allerdings auch für ihre besonderen Pfingstfeiern, die 2018 sogar von der UNESCO als „immaterielles Kulturgut“ anerkannt wurden.

© VB Mansfelder Grund-Helbra
Norbert Born, Bürgermeister Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra
© VB Mansfelder Grund-Helbra
Claudia Renner, Fachdienstleiterin und Stellvertreterin von Bürgermeister Norbert Born

Die Arbeiten in Schacht und Hütte sind mit der Wende verlorengegangen und damit in den 1990er Jahren zahlreiche Arbeitsplätze. Doch wie einst der Luther-Sohn sind viele andere Bewohner zurückkehrt in die Heimat. Das Gefühl der Heimat und die besondere Umgebung mögen Gründe für die Rückkehr sein, sowie die Nähe zur Familie. Doch die Region hat sich auch verändert, ist moderner geworden, bietet wieder neue Job-Chancen und die Möglichkeit zur Entfaltung. Dazu gehört ein moderner Internetanschluss genauso wie zukunftsorientierte Projekte. Ein regelrechter Vorzeige- Ort ist Benndorf geworden, über den sogar ein Buch veröffentlicht worden ist mit dem Titel „Ein Bergarbeiterdorf schreibt Energiegeschichte“. Benndorf wurde „energetische Modellkommune“, engagiert sich für den Klimaschutz und vielfältig für erneuerbare Energien. So wurden auf den Häusern der Wohnungsbaugesellschaft mehr als 6.000 Quadratmeter Dachfläche mit Photovoltaikanlagen bestückt, um den Energiebedarf zu decken, gemeinsam mit den ökologischen Bauern entstand ein Nahwärmenetz und selbst die Jüngsten bringen sich bereits ein: als C02- neutrale Schule und mit dem erreichten Titel „Energiesparmeister“.

Die großen Halden sind als markante Berge im Mansfelder Grund erhalten. „Was sind das für Pyramiden, wurde ich von Besuchern schon gefragt“, erzählt schmunzelnd Claudia Renner. „Wenn ich sie sehe, weiß ich nach einer Reise, ich bin zu Hause.“ Das erwärmt ihr das Herz. Aus Sangerhausen kommend, ist Claudia Renner seit 2014 in der Verwaltung der Verbandsgemeinde tätig. Sie ist Fachdienstleiterin für Finanzen und Stellvertreterin von Bürgermeister Norbert Born. Der ist gebürtiger Hergisdorfer und bis heute seinem Heimatort treu geblieben. Seine Liebe zur Region zeigt sich in großem Engagement. Schon früh war er im Gemeinderat tätig, 1990 noch ehrenamtlich, 1994 wurde er Bürgermeister seiner Gemeinde, mit 32 Jahren damals der jüngste im Land. Zwischenzeitlich war er zwar im Landtag in Magdeburg tätig, aber „ich habe immer an der Region gehangen“, betont er. 2019 stellte sich Norbert Born zu Hause erneut zur Wahl und wurde diesmal zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde gewählt. Acht Mitglieder gehören dazu: Ahlsdorf, Benndorf, Blankenheim, Bornstedt, Hergisdorf, Klostermansfeld, Wimmelburg und mittig Helbra mit Sitz der Verwaltung. Acht Orte, unterschiedlich groß – mit einer Einwohnerzahl zwischen 800 und 4.000 – und mit jeweils einem ehrenamtlichen Bürgermeister. Deren Interessen zu koordinieren und gleichberechtigt umzusetzen, gehört zu den Aufgaben der Verwaltung um Norbert Born und Claudia Renner.

Zu den vorrangigen Aufgaben gehört es jetzt, die drei Grundschulen ans „Netz“ zu holen. Um den DigitalPakt umzusetzen, wandte sich die Verbandsgemeinde an die Kommunale IT-UNION. „Wir suchten einen verlässlichen Partner“, sagt Kämmerin Renner, „und mit der KITU hatten wir bereits vorher gute Erfahrungen gemacht.“ Die Unterstützung reichte vom Konzept bis zur technischen Vernetzung. „Allein hätten wir das nicht geschafft“, sagt Norbert Born und freut sich auf bessere Vernetzung von Schülern, Lehrern und Eltern. Gemeinsam für die Zukunft.

bia