© Wasserverband Gardelegen

81. Ausgabe, 2. Quartal 2021

Neu in der KITU: Wasserverband Gardelegen

Reines Wasser und erneuerbare Energien

Vor einem Jahr im Juli kam Sven Müller nach Gardelegen und wurde Geschäftsführer des Wasserverbandes Gardelegen. Er fühlte sich sofort wohl, sagt er. Das liege an den Menschen dort, aber auch an der Ähnlichkeit zu seiner bisherigen Heimat bei Wolfsburg. „Links und rechts vom Drömling ist vieles ähnlich“, hat Sven Müller erfreut festgestellt. Er ist studierter Finanzwirt und Diplom-Wirtschaftsjurist. Zuletzt war der 45-Jährige zweiter Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Lehre, betreute in der Verwaltung die Bereiche Recht, Personal, Finanzcontrolling und IT. Wertvolle Erfahrungen, die er in sein neues Amt einbringen kann. Doch es gibt auch vieles neu zu entdecken und „das macht mir viel Spaß.“ Gerade diese Herausforderung hatte ihn bewogen, sich als Geschäftsführer zu bewerben. Und weil er etwas bewegen will, an erster Stelle. Das kann er in Gardelegen.

© Wasserverband Gardelegen
Sven Müller, Geschäftsführer des Wasserverbandes Gardelegen

Neue Wege zu finden, gehört dazu. Um im Sinne der Kunden die Beiträge stabil zu halten, trotz eines höheren Aufwandes. Gerade bei der Abwasserreinigung, die immer aufwändiger wird. „Wasser ist ein endliches Gut“, betont Sven Müller, „wir müssen sorgsam damit umgehen.“ Auch wenn die Wasserversorgung durch Tiefbrunnen gesichert ist, schauen die Mitglieder des Wasserverbandes in die Zukunft. Über den eigenen Tellerrand hinaus.

Große Aufmerksamkeit widmet der Geschäftsführer deshalb regenerativen Energien. „Diesen Bereich werden wir in Zukunft angehen.“ Für die Energiegewinnung möchte er die großen Dachflächen der Anlagen mit Photovoltaik ausstatten, auch ungenutzte befestigte Flächen auf den Anlagen des Verbandes sind dafür im Blick. In der Verbandsversammlung wurde das Thema bereits angesprochen, Beginn könnte bereits 2022 sein.

Aber nicht nur der Erzeugung regenerativer Energie widmet er, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, seine Aufmerksamkeit, sondern auch der Entwicklung hin zu einem energetisch optimierten Anlagenbetrieb. Insbesondere die Wasserver- und die Abwasserentsorgung und -reinigung stellen im Bereich der kommunalen Infrastruktur den größten Energieverbraucher dar. Die Herausforderungen in der heutigen Zeit und für die Zukunft gestalten sich somit ungemein vielfältig und beinhalten ein breites Anforderungs- und Aufgabenspektrum. Diese Vielfalt macht für ihn den besonderen Reiz an seinem Amt aus, betont Sven Müller.

Corona hat auch die Arbeit im Wasserverband geändert. Vieles erfolgt digital. Auch auf diesem Gebiet sieht Sven Müller große Aufgaben für die Zukunft. Die beginnen in der eigenen Verwaltung. Dafür wurde die Kommunale IT-UNION (KITU) hinzugezogen. Bereits an seiner vorigen Arbeitsstelle habe er gute Erfahrungen mit einem ähnlichen Dienstleister gemacht und dann gezielt in Sachsen-Anhalt danach gesucht, erklärt Sven Müller. Mit Freude konnte er feststellen, dass die KITU umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse mitbringt. „Genau, was wir suchten.“ Zunächst wurde ein Druckerkonzept erstellt, das bis Juni umgesetzt werden soll. Als nächstes ist ein DMSSystem in Planung (Dokumentmanagementsystem). „Wir streben ein papierarmes Arbeiten an“, sagt Sven Müller. Corona habe letztlich gezeigt, wie wichtig digitale Vernetzung ist, damit die Mitarbeiter im Homeoffice tätig sein und auch gemeinsam an Projekten arbeiten können.

Sven Müller ist voller Tatendrang und Visionen. Gern hätte er mehr persönlichen Kontakt im neuen Wirkbereich. Wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen war von Beginn an vieles auf Telefon- oder Videogespräche beschränkt. Er vermisst die Gespräche am Rand offizieller Besprechungen, durch die man besser zueinander finden kann. Doch mittlerweile hat sich vieles eingespielt. Noch wohnt Sven Müller im niedersächsischen Danndorf, fährt täglich 40 Kilometer zur Arbeit und zurück zur Familie. Regelmäßige Corona-Tests sind dabei selbstverständlich. Schließlich gehört die Wasserversorgung zu den systemrelevanten Bereichen. Ein Umzug nach Sachsen-Anhalt ist derzeit schwierig, da seine Kinder (zwei Söhne, eine Pflegetochter) noch zur Schule gehen. Doch für die Zukunft kann sich der Geschäftsführer einen Ortswechsel gut vorstellen. „Ich fühle mich hier wohl.“

bia