63. Ausgabe, 4. Quartal 2016

Perfekt Connect – so bieten selbst kleinste Kommunen große Online-Vielfalt

Christopher Sipp hält sich gelegentlich und in eigener (privater) Sache in einem Bürgerbüro auf. Nicht freiwillig, sondern weil es eben mal sein muss. Ein neues Auto, eine Passverlängerung, ein Umzug oder die Kopie der Eheurkunde für die Kita-Anmeldung des Töchterchens. Wie Millionen andere Deutsche ärgert sich auch Christopher Sipp über lange Wartezeiten, verbrauchte Luft und volle Wartezimmer. Dabei geht es auch anders, weiß der Projektleiter der brain-SCC GmbH aus dem Alltag: „Man kann heute so vieles online erledigen; man kann einkaufen, Pizza bestellen, Haustiere ordern, auf Partnersuche gehen, einen neuen Job finden.“ In einer vernetzten Welt, so der IT-Experte, stelle sich die Frage genau anders herum: „Was geht online eigentlich nicht?“

Richtig: Dienstleistungen vom Amt. Da ist Deutschland ein Entwicklungsland. Und das, obwohl es längst die technischen Möglichkeiten gibt, den Bürgern das Leben angenehmer zu gestalten und die Wartezeiten im Bürgerbüro für viele Angelegenheiten zu verkürzen und zuweilen sogar ganz zu ersparen.

Die Lösung hat einen Namen: Sachsen-Anhalt Connect. Das Angebot von KID und brain-SCC öffnet dem Bürger einen durchgängigen elektronischen Zugang ins Rathaus. Einfach, sicher, freundlich. Henning Hofmeister von der KID Magdeburg GmbH erklärt: „Der Bürger sieht die vertraute Internetseite seiner Heimatgemeinde und kann von dort aus Anträge online stellen.“ Den Anfang machte vor einigen Monaten die internetbasierte Außerbetriebsetzung des Kraftfahrzeugs. Seither gibt es über 120 Antragsassistenten, die von Kommunen und Landkreisen eingesetzt werden können. (Die komplette Liste unter www.sachsen-anhalt-connect.de/de/antragsassistenten.html)

Henning Hofmeister von der KID Magdeburg GmbH und Christopher Sipp

Gemeinsam informieren  Henning Hofmeister von der KID Magdeburg GmbH und Christopher Sipp, Projektleiter der brain-SCC GmbH, (v.li.) über das Angebot „Sachsen-Anhalt Connect“. Dahinter verbirgt sich die Bereitstellung von elektronischen Formularen, Onlinediensten, Servicekonten und ePayment für Kommunen in Sachsen-Anhalt.

Henning Hofmeister stellte aus diesem großen Pool die Online-Beantragung von Personenstandsurkunden vor. Ohne den Weg zum Amt bekommen Antragsteller Geburts-, Ehe-, Lebenspartnerschafts- oder Sterbeurkunden nach Hause gesandt – nachdem online bezahlt wurde. Obwohl der Bürger den Antrag über ein Webformular mit Ausfüllhilfen, Auto-Completion-Funktionen und Plausibilitätstests stellt, bearbeitet ihn der Verwaltungsmitarbeiter in seinem gewohnten Fachverfahren. Der Bürger kann seinen Antrag natürlich von jedem PC, Smartphone oder Tablet aus stellen, dank der automatischen Bildschirmanpassung des Webformulars wird er keinen Unterschied feststellen.

In seinem Vortrag auf dem KITU-TAG legte Henning Hofmeister großen Wert darauf, dass die Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle bei den Online-Bürgerdiensten spielen: „Die Infrastruktur von Sachsen-Anhalt Connect wird im zertifizierten Rechenzentrum der KID betrieben.“ Darüber hinaus bietet das integrierte Informations-Sicherheits-Management-System für jede Verwaltung die Gewähr, dass die Datensicherheit jederzeit gewährleistet ist. Hofmeister: „Der Zugriff des Bürgers aus dem unsicheren Internet findet in der sicheren Kommunikation im deutschen Verwaltungsnetz seine natürliche Grenze. Auf die Manipulationssicherheit der Server und Anwendungen, auf die Funktionssicherheit des Systems und der Anwendungen kann sich jede Kommune verlassen.“ Für Antragsverfahren, die die zweifelsfreie Authentisierung benötigen, ist ein eID-Service angebunden, der die Identität des Bürgers über den elektronischen Personalausweis prüft.

Besonders wichtig ist für öffentliche Verwaltungen die Antwort auf die Frage, wie man die Gebührengelder eintreibt. Auch darauf gibt es im IT-Zeitalter eine einfache Antwort: Moderne Online-Zahlverfahren. Hofmeister: „Dank einer Kooperationsvereinbarung mit der Girosolution AG können wir einen Provider empfehlen, der viele Zahlverfahren ermöglicht. Ob Online-Überweisung, Kreditkarte, PayPal oder paydirekt – der Kunde entscheidet.“

Autor: juj