Ohne Digitalisierung kein Theater der Zukunft

71. Ausgabe, 4. Quartal 2018

SIKOSA ergänzt technische KITU-Kompetenz um Angebote zur Organisationsentwicklung

Neu in der KITU: das Studieninstitut für kommunale Verwaltung Sachsen-Anhalt e. V.

SIKOSA, Sachsen-Anhalts Studieninstitut für kommunale Verwaltung, gehört zwar zu den jüngsten Mitgliedern der Kommunalen IT-UNION, doch gibt es über die Beratungsgesellschaft des gemeinnützigen Vereins schon eine jahrelange Zusammenarbeit, blickt Institutsleiter Prof. Dr. Dirk Furchert zurück. Seit 2014 Geschäftsführer der SIKOSA-Beratungsgesellschaft, einer hundertprozentigen Tochter des Vereins, weiß er von den Vorteilen, die die Synergie einer auf die Beschaffung effizienter Hardware spezialisierten Genossenschaft und einer auf die Erfordernisse kommunaler Verwaltungsarbeit zugeschnittenen Beratungsgesellschaft für die Städte und Landkreise bringt.

„Zusammen haben wir zum Beispiel ein IT-Konzept für die Stadt Braunsbedra geschrieben, in das die KITU ihren technischen und wir unseren organisatorischen Sachverstand einfließen ließen“,

berichtet Prof. Furchert.

Prof. Dirk Furchert
Prof. Dr. Dirk Furchert, Geschäftsführer SIKOSA-Beratungsgesellschaft

Derzeit werden beider Kompetenzen bei der Erarbeitung eines Phasenmodells zur Einführung eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) gebündelt, mit dessen Hilfe KITU-Mitglieder in ihrer jeweiligen Kommune die datenbankgestützte Verwaltung elektronischer Dokumente in alle Arbeitsprozesse der Verwaltung erfolgreich implementieren können. Denn bei der Nutzung von DMS geht es ja nicht nur um den Erwerb von Software und Lizenzen und eine Einführungsschulung, sondern um die komplette Neuorganisation von Arbeitsabläufen, so Prof. Furchert.

Darin sieht er die eigentliche Herausforderung für eine Verwaltung, in der zuvor nur mit Papier gearbeitet wurde und nun alles in den Computer transferiert werden soll. Die SIKOSA engagiere sich dabei vor allem für eine auf die Gegebenheiten vor Ort zugeschnittene Organisationsentwicklung, damit der elektronische Umgang mit Akten vom Antrag bis zum Bescheid für die Mitarbeiter kein Buch mit sieben Siegeln ist.

Warum aber hat sich das Studieninstitut für kommunale Verwaltung entschlossen, selbst Genossenschaftsmitglied der Kommunalen IT-UNION zu werden? „Aus Eigennutz“, so die rasche und knappe Antwort des Institutsleiters. „Für uns als Bildungseinrichtung ist Schul-IT natürlich ein Thema“, sagt er. Die SIKOSA trage sich mit dem Gedanken, ihre Räume zu modernisieren. „Da macht es Sinn, sich zum Beispiel die Ausschreibungen für neue Technik zu ersparen und stattdessen die Erfahrungen und Kompetenzen der KITU zu nutzen.“ SIKOSA als moderner Anbieter von Aus-, Fort- und Weiterbildung wolle den Mitgliedern des Vereins auch weiterhin attraktive Angebote unterbreiten. „Die Beschäftigten in den Kommunen des Landes sollen wissen, dass die SIKOSA gut ist – auch hinsichtlich ihrer technischen Ausstattung. Mit Hilfe der KITU wollen wir dafür die Technik beschaffen, die einerseits das Institut, vor allem aber kommunale Verwaltungsmitarbeiter in Sachsen-Anhalt durch Aus-, Fort- und Weiterbildung fit für die digitale Zukunft macht.“

Das Studieninstitut für kommunale Verwaltung Sachsen Anhalt e. V. besteht seit November 1990. Der eingetragene Verein, dem praktisch alle kommunalen Körperschaften des Landes und eine Vielzahl von Verbänden als Mitglieder angehören, hat seinen Sitz in Magdeburg; weitere Standorte gibt es in Halle und Dessau. Teil der Ausbildung künftiger Verwaltungsfachangestellter in der Fachrichtung Kommunalverwaltung ist die verwaltungstheoretische und praktische Unterweisung bei der SIKOSA.

Für „Quereinsteiger“ und „Aufsteiger“ bietet das Institut Beschäftigtenlehrgänge an, die entweder mit den von Verwaltungsfachangestellten bzw. dem der gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienste der Beamtenausbildung vergleichbaren Abschlüssen enden. Zudem können sich Verwaltungsmitarbeiter/innen unter anderem zu Experten für öffentliches Sozial- oder Vergaberecht fortbilden.

Autor: Gudrun Oelze

SIKOSA – in Zahlen und Fakten

• Gegründet 1990

• 17 hauptamtliche Mitarbeiter

• 3 Standorte

• 4 hauptamtliche Fachlehrer

• 99 Dozenten im Seminarbereich