Rathaus Wanzleben

57. Ausgabe, 2. Quartal 2015

„Wir haben profitiert“

Stadt Wanzleben-Börde ist seit zwei Jahren Mitglied der Kommunalen IT-UNION eG

„Man gewöhnt sich so schnell an das Neue, dass sich kaum noch jemand an die widrigen Arbeitsbedingungen von vor zwei Jahren erinnern kann.“ Petra Hort, Bürgermeisterin der Stadt Wanzleben-Börde, denkt bei diesen Worten an die häufigen Serverabstürze zurück, die die Mitarbeiter im Wanzleber Rathaus mindestens einmal pro Woche beinahe zur Weißglut getrieben haben. „Alle Nase lang musste jemand in den Serverraum und einen Neustart machen,“ erinnert sich die EDV-Verantwortliche Ilona Genz.

Wie in vielen kleineren Verwaltungen hat man in der Bördestadt viele Jahre mit der IT herumgebastelt: „Wenn mal Computer oder Drucker im Angebot waren, haben wir ein bisschen was erneuert. Zunächst hat das funktioniert. Bis die Technik in die Jahre kam, immer mehr Programme aufgespielt wurden und unser Gerätepark ein Sammelsurium der weltweiten IT-Industrie war.“

Im Frühjahr 2013 war dann beim besten Willen nichts mehr zu „basteln“ für die beiden Administratoren. Hauptamtsleiterin Dr. Martina Neshau: „Dem Rathaus drohte die Arbeitsunfähigkeit.“

(v.l.) Hauptamtsleiterin Dr. Neshau, Bürgermeisterin Hort, Administratorin Genz
Diskussion im Bürgermeisterbüro der Stadt Wanzleben-Börde: Hauptamtsleiterin Dr. Martina Neshau, Bürgermeisterin Petra Hort, Administratorin Ilona Genz (v.l.)

In aller Eile sondierte die Verwaltungsspitze den Markt, sprach mit den Nachbarn von der Verbandsgemeinde Obere Aller und erinnerte sich auch an Einladungen der Kommunalen IT-UNION. Auch ein externes Systemhaus wurde eingeladen, um die Möglichkeiten einer Rettung in letzter Minute abzuklopfen. Letztlich aber entschieden sich die Wanzleber für die KITU. Dies geschah aus zwei Gründen:

Petra Hort: 

„Die guten Erfahrungen der Oberen Aller und das Genossenschaftsmodell. Da kommt nicht jemand, der nur Geld verdienen will, sondern eine Genossenschaft, die ein gemeinsames Ziel hat. Das war uns sympathischer.“

Kaum waren die Gremien überzeugt, trat Wanzleben-Börde am 25. April 2013 der KITU bei. Von da an ging alles ganz schnell. Die KID erarbeitete im Auftrag der KITU eine Analyse der IT-Situation. Bereits drei Monate später, im Juli 2013, wurde die komplette Technik auf den neuesten Stand gebracht. Bürgermeisterin Petra Hort: „Und das erschreckend geräuschlos. Die Mitarbeiter haben davon kaum etwas bemerkt.“ Seitdem ist die Betriebsführung des Systems Sache der KITU. Dr. Neshau schwärmt: „Jetzt ist Ruhe im Schiff.“

Die Geschwindigkeit im internen Netz wurde von 100 Mbit/s auf 1GBbit/s erhöht, beide Rathausstandorte sind medienbruchfrei miteinander verbunden, alle PCs und Programme sind auf Office 2010 umgestellt, die Einwohner-Abteilung mit Meso-Software ausgestattet und ein Druck- und Kopierkonzept erarbeitet und umgesetzt. Der Serverraum, bisher mit dem Charme einer verstaubten Besenkammer geschlagen, ist umgebaut, klimatisiert und so etwas wie das Schmuckstück im 310 Jahre alten Wanzleber Rathaus.

Das alles hat zwar auch Geld gekostet, doch es hat auch jede Menge gespart, ist sich Bürgermeisterin Petra Hort sicher: „Hätten wir weiter gebastelt und geflickt, wäre uns das deutlich teurer geworden.“ Das Genossenschaftsmodell hat sich aus ihrer Sicht mehr als bewährt: „Jedes Mitglied hat eine Stimme, ganz gleich, wie groß und finanzstark es ist. Außerdem kommen Menschen zusammen, die gleiche Probleme haben und mit der KID einen Partner, der sich mit denen auskennt. Wer von uns Bürgermeistern will denn noch vernünftig eine Leistungsbeschreibung von IT-Technik erarbeiten, die die nächsten 10 bis 15 Jahre funktionieren soll? Ich sag‘ Ihnen was, das kann keiner von uns. Das können wir nur gemeinsam lösen.“

Als nächstes plant Wanzleben mit KITU-Hilfe die Einführung eines Dokumenten-Management-Systems, um der kleinen Verwaltung auch technisch eine Brücke in das digitale Zeitalter zu bauen.

Ilona Genz: 

„Wir sind zwar klein, aber wir wollen nicht weiter ins Hintertreffen geraten. Durch die Stabilisierung unseres IT-Netzwerkes bleibt uns endlich Zeit, die gesamte IT besser zu strukturieren.“ 

Den Wanzlebern ist wichtig, Schnittstellen im internen Dokumentenaustausch so zu konfigurieren, dass keine Medienbrüche die Alltagsarbeit lähmen: „Unter Umständen muss man auch in Erwägung ziehen, Software zu wechseln, um eine heterogene Welt innerhalb der Verwaltung oder wenigstens innerhalb einer Abteilung zu haben. Unsere Mitarbeiter müssen durch ihre Programme ent- und nicht belastet werden.“

Im vergangenen Jahr hat Wanzleben z.B. ein neues Beitragsprogramm angeschafft, das auf die Daten eines GIS-Programmes (Geo-Informations-System) zurückgreift. Doch dafür mussten zunächst Daten gepflegt, Schnittstellen erarbeitet und getestet werden. Alles sehr zeitaufwendig, doch, wenn die Technik mitspielt, auf Dauer eine enorme Einsparung.

Ilona Genz:

„Wir freuen uns auf den Erfahrungsaustausch innerhalb des KITU-Netzes. Daraus können wir für uns die richtigen Lösungsansätze herauspicken und unsere IT-Arbeitswelt harmonisch gestalten.“ 

Info

In der Kernverwaltung der Stadt Wanzleben-Börde sin 45 Mitarbeiter beschäftigt, in den nachgeordneten Einrichtungen wie z.B. als Gemeindearbeiter oder Erzieherinnen in Kindertagesstätten weitere 155. Wanzleben hat knapp 5.000 Einwohner. Zur Stadt Wanzleben-Börde gehören seit der letzten Gemeindegebietsreform 19 Ortschaften mit insgesamt ca. 15.000 Einwohnern. Es gibt keinen kommunalen Eigenbetrieb. In der Verwaltung gibt es 50 Computerarbeitsplätze und 35 Drucker.