Bald Highspeed in Deutschlands  größter autobahnfreien Zone

71. Ausgabe, 4. Quartal 2018

Bald Highspeed in Deutschlands größter autobahnfreien Zone

Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf bereitet Verwaltung und Schulen auf digitale Zukunft vor

Mitten in Deutschland gelegen, im Dreieck der Metropolen Berlin, Hamburg und Hannover, so beschreibt Michael Olms die Lage von Sachsen-Anhalts flächenmäßig größter Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf. Von der landschaftlichen Schönheit dieses 535 km² großen Gebietes, in dem rund 14.000 Menschen in acht Gemeinden und 94 Ortsteilen wohnen, schwärmt der Verbandsgemeindebürgermeister ebenso wie von den in der Altmark noch weit verbreiteten intakten Familienstrukturen in dieser dünn besiedelten Region. Deren größter Makel: Als riesiger weißer Fleck ist sie die größte autobahnfreie Zone der Republik.

Highspeed soll es aber bald auf der Datenautobahn geben. Der Breitbandausbau ist in greifbare Nähe gerückt, freut sich Michael Olms. Mit dem Baubeginn für die Glasfaserleitungen rechnet er in etwa einem Jahr und bald darauf sollen fast alle Häuser in der Verbandsgemeinde einen Ein-Giga-Bit-Netzanschluss nutzen können. Wichtig, um auch junge Leute an ihre Heimat zu binden, meint Olms, etwa für familienfreundliche Beschäftigungsmöglichkeiten durch Homeoffice. Um den Nachwuchs junger Leute kümmert sich auch die Verbandsgemeinde. In deren 15 Kindertageseinrichtungen können alle Bedarfe gedeckt werden, die fünf Grundschulen im Territorium werden nach und nach fit gemacht für modernes Lernen: Die gerade grundlegend sanierte Schule in Beetzendorf wurde für den künftigen Breitbandanschluss komplett vorverkabelt, alle Klassenräume mit einem eigenen drahtgebundenen Leitungszugang versehen. Jede der fünf Grundschulen verfügt bislang über eine interaktive Tafel und einen Klassensatz Laptops. Für den Tausch der veralteten Schultechnik gegen neue mobile PCs will man die Kompetenzen der KITU nutzen. Dass die Verbandsgemeinde im Norden Sachsen-Anhalts der Kommunaler IT-UNION beigetreten ist, hat auch etwas mit dem Faible von Michael Olms für einheitliche Soft- und Hardware in kommunalen Verwaltungen zu tun. Schon Anfang der 90er Jahre engagierte er sich beim Kreis für ein landesweit gemeinsames Finanzprogramm – was damals leider nicht gelang. Die Vorteile aber sieht er als Verbandsgemeindebürgermeister nach wie vor: neben der Kostenfrage auch Wissensweitergabe und Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten. Seit knapp zwei Jahren erst im Bürgermeisteramt der Verbandsgemeinde, fand er in deren Büros noch die IT-Technik aus dem Gründungsjahr 2010 vor. Da eine Ersatzbeschaffung aus finanziellen Gründen derzeit nicht in Frage kommt, suchte der neue Verwaltungschef nach Alternativen.

„In der KITU habe ich meinen Wunsch der 90er Jahre verwirklicht gesehen: Gleichgesinnte unter einem Dach zu vereinen und ihnen zu ermöglichen, zu günstigen Bedingungen die für jeden optimalste IT-Hardware sowie die entsprechenden Fach- und Sachanwendungen zu beziehen – gepaart mit kompetenter Beratung und Begleitung.“

Michael Olms, Verbandsgemeindebürgermeister Beetzendorf-Diesdorf

„In einem ersten Schritt haben wir eine Hardware-Analyse durchführen lassen. Parallel dazu an einem Druckerkonzept gearbeitet“, berichtet Olms. „Die derzeit 28 Drucker von sieben verschiedenen Herstellern in den Büros in Beetzendorf und der Außenstelle Diesdorf sollen nun abgeschafft und mit Hilfe der KITU ein Konzept umgesetzt werden, das uns nicht nur monatliche Kosten im dreistelligen Bereich erspart, sondern auch hinsichtlich Feinstäube durch Laserdrucker die gesundheitsförderlichen Bedingungen für die Belegschaft verbessert.“ Eine weitere Zukunftsüberlegung des neuen KITU-Mitglieds Beetzendorf-Diesdorf: die Einführung eines Dokumenten-Management-Systems.

Autor: Gudrun Oelze

Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf

Zu der 2010 gegründeten Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf gehören die weiterhin selbstständigen Gemeinden Beetzendorf, Dähre, Flecken Apenburg-Winterfeld, Flecken Diesdorf, Jübar, Kuhfelde, Rohrberg und Wallstawe mit zusammen 94 Ortsteilen. Die Orte mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern, Back- und Feldsteinkirchen sowie Burgruinen liegen in der nordwestlichen Altmark inmitten von leicht hügeligen Wäldern, Feldern und Wiesen. Der Drömling, das Grüne Band und viele andere Reit- und Wanderwege laden in die Natur und vier Freibädern zur Erholung ein. In Diesdorf präsentiert eines der ältesten volkskundlichen Freilichtmuseen Deutschlands mit mehr als 20 Wohn- und Wirtschaftsgebäuden die Kultur und Lebensweise der Menschen in der Altmark zwischen dem 17. und 20. Jhd. Für eine zukunftsorientierte Lebensweise engagiert man sich in der sozial-ökologischen Modellsiedlung Sieben Linden, die als Ökodorf bundesweit einmalig ist.