2. Ausgabe 2022 | Nr. 85

Zwischen Natur und Digitalisierung

KITU-Mitglied vorgestellt: Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land

Herrlich gelegen zwischen Elbe und Havel liegt im Norden des Bundeslandes die Verbandsgemeinde, der die Flüsse ihren Namen geben. Die Bundesstraße 107 führt dorthin. Geschichtsträchtige Städte wie Tangermünde, Havelberg, Rathenow sind in der Nähe und natürlich Stendal, zu dessen Landkreis die Gemeinde gehört. Östlich grenzt sie an das Land Brandenburg. Zusammengeschlossen zum Verbund im Jahr 2010 gehören die Gemeinden und Städte Kamern, Klietz, Sandau, Schollene, Schönhausen und Wust-Fischbeck dazu. Die Region ist geprägt von Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Gewerbe. Und Natur. Die Umgebung lädt ein zu Wassersport, Wandern, Reiten, Radfahren. Neben Havel- und Elberadweg gibt es „Radeln nach Zahlen“ und Radweg-Ranger.

Steffi Friedebold Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land
Steffi Friedebold Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land

Der Elbe-Havel-Winkel gehört zu den Geheimtipps für Naturliebhaber. Bekannt ist das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe, das vor allem im Herbst zum Eldorado für Zugvögel wird. Tausende Wasser- und Watvögel machen dort Station und können durch die freie Landschaft gut beobachtet werden. Besonders die Kranichwanderung in der Gegend um Schollene gehört zu den jährlichen Höhepunkten. Doch es gehört weit mehr Schönes dazu, das die Region zu einem Touristenmagneten macht. „Wir sind stolz auf unsere Oasen“, sagt Steffi Friedebold, die an der Spitze der Verbandsgemeinde steht. Sie ist ein Kind der Region, sagt sie stolz und freut sich, zur Entwicklung ihrer Heimat beitragen zu können. Das gehört für die Mittfünfzigerin zum Leben, privat wie beruflich. Steffi Friedebold war zunächst im Gemeinderat, dann Bürgermeisterin von Schollene, bevor sie 2017 zur Verbandsbürgermeisterin gewählt wurde. Sie ist eine von nur zwei Frauen in diesem Amt im Landkreis, die einzige parteilose.

Natur und Tourismus sind unsere Stärken, sagt Steffi Friedebold. Sie ist ein Naturmensch und kann sich nichts Schöneres vorstellen, als genau dort zu wohnen. Zwischendurch, als Schülerin, besuchte sie in Magdeburg die Sportschule, ruderte für den SCM, doch für sie stand nie in Frage, in die Heimat zurückzukehren. Hier hat sie ihren Lebensmittelpunkt und sie liebt ihre Region. „Wer hier aufgewachsen ist, kann gar nicht anders“, sagt sie lachend und ihre Begeisterung ist ansteckend.

Blick aus dem Kirchturm Sandau
Blick aus dem Kirchturm Sandau

Der Tourismus ist ein wichtiges Pfund, da es wirtschaftlich sonst „eher überschaubar“ ist, formuliert es Steffi Friedebold. Der größte Arbeitgeber ist die Landwirtschaft, wo auch der berufliche Werdegang der Diplom-Agraringenieurin begann. Es gibt einen guten Mittelstand, verschiedene Gewerke, Lehmbau, Fischereibetriebe, den Bundesforst, die Bundeswehr mit den dazugehörigen Bereichen und viele Berufspendler, die in Brandenburg oder Niedersachsen arbeiten. Dennoch zieht es immer mehr Menschen in die Region. Die Bevölkerung ist auf rund 8.200 Einwohner gestiegen und es gibt nur noch wenige freie Grundstücke, freut sich die Bürgermeisterin. „Weil es so schön ist“, sagt sie, „und gerade durch die Corona-Zeit wissen das viele noch mehr zu schätzen.“ Zudem gibt es Aktionen wie die Demografiekampagne RÜCKHIERHER, durch die „Rückkehrern, Herkommern und Hierbleibern“ die Vorzüge des Landlebens aufgezeigt wird, verbunden mit verbesserten Arbeits- und Lebensbedingungen. Dazu gehört der Internet-Breitband-Ausbau ebenso wie kostenfreies WLAN an öffentlichen Orten oder die Bereitstellung von Kita-Plätzen, um jungen Familien eine Heimat und damit der Region eine Zukunft zu geben. Es gibt sieben Kindertagesstätten, alle saniert bzw. modernisiert, und drei Grundschulen, in die moderne Technik Einzug gehalten hat. Bei der Umsetzung digitaler Vorhaben steht mit der KITU ein starker Partner zur Seite. „Die Aufgaben werden immer mehr und da ist es ein großer Vorteil, wenn nicht jeder für sich an der Umsetzung arbeitet, sondern die Möglichkeiten der KITU nutzen kann.“

Autor: BiA